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23. April 2012
Ägypten stellt Gaslieferungen an Israel ein
Erschienen auf Welt Online. Spätestens im Sommer drohen Israel massive Stromausfälle. Grund: Ägypten liefert kein Gas mehr. Seit dem Sturz Mubaraks hat sich das Verhältnis beider Länder drastisch verschlechtert.
Ägypten hat seine Gaslieferungen an Israel eingestellt. Der Vertrag mit der East Mediterranean Gas Company sei beendet worden, weil vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien, teilte die nationale Gasgesellschaft in Kairo mit. Aus dem ägyptischen Ölministerium verlautete indes, die Lieferungen seien auch wegen der häufigen Anschläge auf die Pipeline auf der Sinai-Halbinsel eingestellt worden.
Damit drohen dem jüdischen Staat im Sommer nach Regierungsangaben Energieengpässe bis hin zu Stromausfällen, denn der Gasbezug aus dem Nachbarland Ägypten macht rund 40 Prozent des israelischen Bedarfs aus. Finanzminister Juval Steinitz schlug deshalb Alarm: Die Aufkündigung des Lieferabkommens sei ein gefährlicher Präzedenzfall, „der einen Schatten auf die Friedensabkommen und die friedliche Atmosphäre zwischen Israel und Ägypten wirft“, warnte er.
Der Export durch die East Mediterranean Gas Company (EMG) – ein israelisch-ägyptisches Gemeinschaftsunternehmen, an dem Mubaraks Freund Hussein Salem beteiligt ist – hatte 2008 begonnen. Israel und Ägypten hatten ein für 15 Jahre gültiges Abkommen über die Gaslieferungen geschlossen.
Kairo hat keine Kontrolle über Sinai-Region
Das Gas wird bislang durch eine Pipeline über die Sinai-Halbinsel nach Israel gepumpt. In der entlegenen und seit dem Umbruch in Ägypten staatlicher ägyptischer Kontrolle weitestgehend entzogenen Wüstenregion haben seit dem Machtwechsel in Kairo 14mal islamistische Gruppen Anschläge auf die Versorgungsleitung verübt. Die Islamisten wollen dem Todfeind Israel keine Energie liefern und selbst moderatere Kräfte des neuen Ägypten sehen das vor zwanzig Jahren geschlossenen Abkommen kritisch.
Die zahlreichen Anschläge auf die Leitung haben bereits in den vergangenen Monaten immer wieder zu Einschränkungen in der Belieferung Israels und zu hohen Schadenersatzforderungen der Pipelinebetreiber gegen die ägyptische Regierung geführt. Die Regierung in Jerusalem warnt wegen der fragilen Lage seit längerem vor Energieengpässen vor allem in den heißen Sommermonaten, in denen es traditionell einen Spitzenverbrauch an Energie gibt.
Die ägyptischen Firmen bestätigten im nationalen Fernsehen, das Abkommen sei schon am vergangenen Donnerstag gekündigt worden. Sie begründeten dies nur allgemein damit, dass die „andere Seite ihre Verpflichtungen nicht erfüllt“ habe. Auf israelischer Seite kündigte der Konsortialpartner Ampal-American Israel Corporation die Prüfung von Regressansprüchen an. Die Kündigung sei illegal und müsse deshalb umgehend zurückgenommen werden.
Mehr als nur ein Wirtschaftsdisput
Der Konflikt könnte sich rasch über einen reinen Wirtschaftsstreit hinaus auswachsen. Das Verhältnis zwischen Israel und Ägypten ist seit dem Sturz des pro-israelischen Machthabers Mubarak 2011 stark angespannt. Im September vergangenen Jahres hatte ein Mob die israelische Botschaft in der Hauptstadt Kairo unbehelligt von Sicherheitskräften gestürmt, die israelischen Botschaftswachen mussten von einem Spezialkommando der ägyptischen Armee in Sicherheit gebracht werden.
Mittlerweile hat Israel wieder einen Botschafter in Ägypten stationiert. Vom Sinai aus drangen im vergangenen August auch Extremisten nach Israel ein und schossen wahllos auf Autos, die entlang der Grenzstraße auf dem Weg in den Urlaubsort Eilat am Roten Meer waren. Acht Menschen starben. Bei der Verfolgung der Täter erschossen israelische Soldaten fünf ägyptische Grenzsoldaten – was die Spannungen zwischen beide Ländern weiter anheizte.
Experten warnen seit längerem vor möglichen weitreichenden Folgen des Umsturzes in Ägypten. Ägypten war das erste arabische Nachbarland, das 1979 einen Friedensvertrag mit Israel schloss. Daneben hat nur Jordanien ein entsprechendes Abkommen.
Im Zuge des Umsturzes in Ägypten haben Islamisten immer wieder die Aufkündigung des Friedensvertrags gefordert. Die Gaslieferungen sind in Ägypten weithin unpopulär. Vielfach wird der erzielte Preis als zu gering erachtet, andere Gruppen wollen grundsätzlich keinen Handel mit dem jüdischen Staat treiben.
Die Unsicherheit darüber, wer langfristig im wichtigsten Nachbarland die Macht übernehmen wird, wird in Israel als eine der wichtigsten sicherheitspolitischen Fragen erachtet. Ein eskalierender Energiestreit könnte die Lage nach Einschätzung vieler Experten dramatisch verschärfen. Die ägyptische Seite bemühte sich indes, die Brisanz des Vorgangs zu relativeren. „Es ist ein Handelsstreit, kein politischer Konflikt“, sagte der Chef der auf ägyptischer Seite beteiligten Forma Egas, Mohamed Schoeib.
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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
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Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
Kultur
Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
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E-Mail: empfang@ikg-m.de
