Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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13. Juli 2020

Knobloch zum 75. Jahrestag der Wiedergründung der IKG: Außergewöhnliche Leistungen seit 1945 – Normalität noch weit entfernt

München, 13.7.2020.  Am Mittwoch, den 15. Juli, jährt sich die Wiedergründung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R. zum 75. Mal. Die Präsidentin der Kultusgemeinde, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärte hierzu: „Was die Israelitische Kultusgemeinde in den vergangenen 75 Jahren geleistet hat, ist außergewöhnlich. Als die Gemeinde im Juli 1945 wiedergegründet wurde, hätte ich mir niemals träumen lassen, dass jüdisches Leben wieder ins Herz dieser Stadt zurückkehren würde. Heute haben wir erlebt, dass genau das Realität geworden ist.“

Knobloch erklärte weiter: „Aus einer kleinen Gruppe Überlebender, die den Faden wieder aufnehmen wollten, ist heute eine Gemeinde geworden, deren Größe beinahe an die der Zeit vor 1933 heranreicht. Die Probleme von damals sind aber auch heute noch nicht überwunden. Der Judenhass, dem schon die Überlebenden hier in München die Stirn boten, wächst seit Jahren wieder an. Wenn Gemeindemitglieder sich heute nicht als jüdisch zu erkennen geben wollen und Rabbiner unserer Gemeinde auf offener Straße beleidigt werden, ist es bis zur Normalität noch ein weiter Weg.“

Planungen für Veranstaltungen zum Jahrestag der Wiedergründung waren im Frühjahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Bei aller Freude über das Jubiläum sei das Jahr 1945 aber ohnehin nicht der entscheidende Bezugspunkt, wie Knobloch abschließend ausführte: „Die Nationalsozialisten haben unsere Gemeinde 1941 widerrechtlich aufgelöst. Nach Kriegsende wurde sie lediglich wiederhergestellt. Den Beginn unserer Traditionslinie führen wir weiterhin auf 1815 zurück – das Gründungsjahr der IKG.“

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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