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16. November 2015
Paris: Jüdische Gemeinde gedenkt der Opfer
In der Synagoge de la Victoire in Paris haben sich am Sonntagabend unter starkem Polizeischutz rund 200 Menschen versammelt, um der Terroropfer zu gedenken. Freitagnacht waren bei mehreren Anschlägen im Zentrum von Paris 132 Menschen ums Leben gekommen. (Bericht in der Jüdischen Allgemeinen, 16.11.2015). In München sagte Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „Unsere Gedanken und Gebete gelten den vielen unschuldigen Opfern und Verletzten sowie ihren Angehörigen und allen Menschen in Frankreich. Wir haben es mit einer neuen Dimension des islamistischen Terrors in Europa zu tun.“
Knobloch weiter: „Mitten in unserer aufgeklärten Gesellschaften formieren und radikalisieren sich extremistische, barbarische Kräfte, die unsere Lebensweise verachten und unsere Freiheit zerstören wollen. Dieser ungeheuerliche Hass ist die größte Bedrohung für die freie Welt.“
Der Oberrabbiner der französischen Hauptstadt, Michel Guggenheim, sagte zu den Teilnehmern des Gedenkgottesdienstes: „Unser Volk, das mehr als andere geprüft worden ist, kennt die heilende Kraft von Solidarität und Einheit angesichts des Schmerzes auseinandergerissener Familien, getrennter Paare und verwaister Kinder.“
Im Zentrum der Gedenkzeremonie standen Gebete für die Seelen der Toten und Bitten um baldige Genesung der Verletzten. Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia, der die Veranstaltung leitete, sagte, die französischen Juden fühlten „mit aller Intensität den Schmerz der von der Tragödie berührten Familien und den Schmerz der ganzen Nation“.
Korsia versuchte, den Versammelten Mut zu machen, indem er prophezeite: »Die Gesellschaft Frankreichs wird sich von ihrer Trauer ebenso erheben, wie die Gesellschaft Amerikas sich von der Tragödie des 11. Septembers erhoben hat, und wie die israelische Gesellschaft, die sich durch Anschläge nie hat unterkriegen lassen.“
An der Zeremonie nahmen unter anderem der Präsident der französisch-jüdischen Dachorganisation CRIF, Roger Cukierman, sowie der Chef der Union jüdischer Studenten Frankreichs, Sacha Reingewirtz, und die israelische Botschafterin in Paris, Aliza Bin-Nun, teil.
Charlotte Knobloch „Sollte sich der islamistische Hintergrund, insbesondere ein Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien bestätigen, realisieren sich die schlimmsten Albträume. Der Terror erreicht eine weitere neue Dimension. Das ist ein Anschlag auf die gesamte freie Welt, die den Terror weltweit bekämpfen will“, so die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Nach den Anschlägen am vergangenen Freitag sagte Knobloch: „Die koordinierten Attentate wurden bewusst an beliebten, belebten Orten verübt, an denen auch vor allem viele junge Menschen unterwegs waren. Dabei gingen die Attentäter ersten Angaben zufolge mit größter Brutalität und Grausamkeit vor. Die Täter und Hintermänner müssen gefasst und verurteilt werden. Die freie Welt muss auf diesen Anschlag auf die Demokratie und die Freiheit entschlossen und geschlossen reagieren. Mehr denn je müssen die Demokratien Europas und des Westens als Wertepartner unsere freiheitlich-demokratischen Überzeugungen verteidigen. Der Kampf gegen Islamismus und Terrorismus muss systematischer und entschiedener geführt werden. Die Auseinandersetzung mit den kulturellen Differenzen muss ehrlicher werden. Dazu gehört es auch zu benennen, dass es keine ‚Einzeltäter‘ gibt, sondern dass hinter solchen Attentaten eine Massenideologie steckt, die weltweit gefördert und gefeiert wird. Unsere freiheitliche Demokratie verträgt weder antiliberalen Extremismus noch Fundamentalismus.“
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786
Kulturzentrum
„Balagan“ von und mit Mirna Funk
Beginn 17:00Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.
Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786
Kultur
Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate
Beginn 19:00Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr
An Evening on the Psychology of Antisemitism
Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »
Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786
Kultur
Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“
Beginn 19:00Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr
Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
