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Do. 26.05.2016 | 18. Ijar 5776

Lag Ba’omer

Die Seele der Tora

Lag BaOmer, der 33. Tag des Omer-Zählens, ist der Geburtstag der jüdischen Mystik. Über viele Generationen hinweg wurde die innere Seele der Tora – auch als Kabbala bekannt – nur einigen Auserwählten weitergegeben. Diese Lehren skizzieren in kryptischer Form die g-ttliche Existenz und Ihre Offenbarung, die Prozesse der Schöpfung und das Wesen der menschlichen Seele. Die ungeheure Kraft dieser Lehren und ihre Subtilität machen sie höchst anfällig für Korruption. Daher war es über viele Jahre verboten, sie zu verbreiten.

Der erste, der eine größere Zahl an Schülern in die Kabbala einführte, war Rabbi Schimon bar Jochai, der im 2. Jahrhundert der allgemeinen Zeitrechnung lebte. Die bedeutendste Offenbarung vollzog sich am Tag seines Ablebens, als er in einem mehrstündigen Marathon die innersten Geheimnisse der g-ttlichen Weisheit aufdeckte. Dieser Tag war Lag BaOmer.

Jahrhunderte vergingen, bis der große Kabbalist Rabbi Isaak Luria (der »heilige Ari«, 1534-1572) verkündete: »In unseren Zeiten ist es erlaubt und angebracht, diese Weisheit zu offenbaren«, und sie mittels der chassidischen Lehre jedem zugänglich gemacht wurde. Lag BaOmer aber bleibt der Tag, an dem die »jüdische Mystik« erstmals den Schleier der Verborgenheit und Exklusivität abstreifte. Rabbi Schimon bar Jochai wies seine Schüler an, diesen Tag als fröhliches Fest zu feiern – und so wird er bis zum heutigen Tag in jeder jüdischen Gemeinde begangen.

Körper und Seele der Tora

Der äußere Körper der Tora ist unser Instrument, um die offensichtlichen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Du sollst nicht töten und stehlen, speise den Hungrigen, heilige deine Beziehung in der Ehe, ruhe am Schabbat, iss nur koschere Lebensmittel – denn auf diese Weise wird dein Einfluss auf die Welt im Einklang mit der ursprünglichen g-ttlichen Absicht stehen.

Aber nicht alles im Leben ist so einfach wie die expliziten Gebote und Verbote der Tora. Darunter liegen die Mehrdeutigkeit von Absicht und Motiv, das Zusammenspiel von Ego und Engagement, die Spur des Bösen, die das allerheiligste Bestreben überschattet, und der Funke des Guten, der verborgen liegt in jedem Element der Schöpfung. Wie ist diesen Herausforderungen zu begegnen?

Hier kommt die mystische Dimension der Tora ins Spiel. Sie leitet uns in einer Rückkehr zu unserer eigenen Essenz, zum Innersten unserer Seele. Dort entfesseln wir die Kräfte, um die schwersten und obskursten Hürden zu meistern; von dort schöpfen wir den positiven Einfluss, um jede Situation und jeden Ort in dieser manchmal so düsteren Welt zu erhellen.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786

Kultur

„Un Tango Para Rachel“

Beginn 19:00

Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Deutschlandpremiere

Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch

Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.

Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)

Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »

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