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16. Februar 2012
15. Jahrestag der Hubschrauberkatastrophe der israelischen Armee
Im Folgenden veröffentlichen Wir den Beitrag von Shuli Mualem, veröffentlicht und übersetzt von der IDF Widows and Orphans Organization.
Von Shuli Mualem. Zwei Tage nach der Katastrophe erschienen 73 Fotos auf der Titelseite der Zeitung. Unter den Fotos war auch das, meines geliebten Mualem. Jedes Bild war mit einem kleingedruckten Namen beschriftet und aus dem Rahmen lächelte ein Gesicht, ein menschliches Wesen – wie ein großes Mosaik, ein riesiges Puzzle, eine perfekte Abbildung des Staates Israel.
Zwei Hubschrauber mit der Repräsentation des ganzen Volkes Israel darin: junge und alte Menschen aus der Stadt, aus dem Kibbuz, Moschaw und aus den Siedlungen, Neueinwanderer aus Äthiopien und Russland neben alteingesessenen einheimischen Israelis. Ein Ohrring neben einer Kippa, Rechtsgesinnte neben den Linken, Tom von Neve Shalom neben Shilo aus Karnei Shomron, Rosenberg und Feldman neben Abukasis und Saban, Vitali und Vladislav neben Aviv, Assaf und Saguy, Migdal Haemek und Kfar Yona neben Ramat Hasharon und Tel Aviv, Oberstleutnant neben Feldwebel, die Fallschirmjäger-Brigade neben der Panzertruppe, Hassan, Kamal und Fadi neben Menahem, Yaron und Avishai.
Ein großes, schmerzhaftes und tiefsinniges, bis auf den Grund tiefgründiges Bild.
Fünfzehn Jahre sind verstrichen und noch immer habe ich Mühe, die Worte zu finden, nicht weil mir die Worte fehlen oder weil ich nichts über Dich vor Deinem Tod zu sagen hätte, oder über uns seitdem. Ich habe Mühe, weil es mir vorkommt, als hätte sich das Unglück erst gestern ereignet. Es ist manchmal kaum zu fassen, dass seither bereits 15 Jahre vergangen sind.
Fünfzehn Jahre sind sowohl im Leben eines einzelnen Menschen, als auch im Bestehen eines Volkes eine wesentliche Zeit.
Auf nationaler Ebene haben wir den Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon geschafft – die IDF verließ die Orte, von denen ich von Dir gehört habe. Als beim Abzug der IDF-Truppen aus dem Beaufort der Außenposten bombardierte, den Du kommandiert hattest, fühlte ich, dass dies Dein endgültiger Tod war.
Vor fünfzehn Jahren in unserem geliebten und geborgenen Zuhause und den „Rina Kindergarten“ besuchend, hatte Noam, unsere Tochter, noch Eltern, die mit den Überlegungen beschäftigt waren, in welcher Schule sie die erste Klasse antreten würde. Heute ist Noam eine junge Dame, die ihren Zivildienst in einer Organisation absolviert hatte, die krebskranke Kinder betreut und sich nun auf die psychometrische Prüfung vorbereitet.
Begreifst Du das, Mualem? Während dieser 15 Jahren absolvierte Noam ihre ganze Schulausbildung sowie den Zivildienst. Nach all dieser Zeit, die inzwischen verstrichen ist, ist es unmöglich, jene Nacht zu vergessen. Ich erinnere mich, dass Noam um vier Uhr morgens erwachte und ich sie wie eine kostbare Fracht mit einer Jacke zudeckte, um sie zu meinen Freunden zu bringen. Ich überreichte sie mit dem Bewusstsein, dass das Zuhause, welches sie zu diesem Zeitpunkt verließ, niemals wieder dasselbe sein würde.
Und Nitzan, Nitzan unser Baby – hatte sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem eigenwilligen Mädchen und einer besonders begabten Pianistin entwickelt und hat bereits ihre Abiturprüfungen begonnen. Noam und Nitzan sind wie wir alle bemüht, ihren Lebensweg zu gehen, mein lieber Mualem.
Nach fünfzehn Jahren spüre ich, lieber Mualem, dass wir auf so vielen Ebenen leben. Eine Ebene ist ein solides Leben der Hoffnung. Wir entscheiden uns jeden Tag, zu leben und unserem Leben Substanz und Bedeutung zu verleihen. Wir wählen, aus der Finsternis Deiner Tode herauszuwachsen. Wir entscheiden uns die ganze Zeit, weiter zu gehen und aufwärts zu streben.
In der Zwischenzeit habe ich keine Ahnung, was Gott von mir will. Ich habe keine Ahnung, was meine Lehre diesbezüglich sein soll. Ich habe keine Ahnung – warum?
Familien der Gefallenen
Ein Mosaik aus 73 Bildern begleitet uns und fordert uns zu Rechenschaft auf. Es begleitet uns Tag und Nacht und verpflichtet uns zu einem Gedenken der Vereinigung und Maßnahmen zu ergreifen, die Erinnerung an Menschen, Volk und Land Liebenden aufrecht zu erhalten.
Unsere Lieben sind unser Kompass – zur Orientierung, woher wir kommen – und damit sind wir sowohl als Individuen als auch als Familien, als Gesellschaft und als Nation ausgerichtet.
Fünfzehn Jahre nach der Dunkelheit dieser schrecklichen Nacht hat die Finsternis, die in unsere Herzen eingedrungen war, nicht nachgelassen. Ich weiß sehr wohl, dass wir in Euren Wegen wandeln, während wir unseren inneren Kompass ausgerichtet halten, und vor allem versuchen, das einzige Licht aufrecht zu erhalten, das von euch allen ausstrahlte – um mit diesem Licht und den gebliebenen Erinnerungen unsere eigenen Lichter zu schaffen.
Die „IDF Widows and Orphans Organization“ bietet für Frauen und Kinder, die bei der Verteidigung Israels ihre lieben Angehörigen verloren haben, entscheidende Unterstützung. Spenden an die Organisation können bei www.idfwo.org, office@idfwo.org oder über +972-3-691-8403 geleistet werden.
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„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
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In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
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Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
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