Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Vermischtes

« Zurück

17. Oktober 2011

Aufregung um radikalen Islamisten im ORF-Sendung “Club 2″

IKG Wien, 17.10.2011. In der aktuellen Ausgabe des Talks nahm unter anderem Shaker Assem auf der Studiocouch Platz, um über die Rolle der Frau im Islam zu diskutieren. Assem fungiert als Sprecher der deutschen islamistischen Partei “Hizb ut Tahrir”, die in Deutschland wegen Verhetzung verboten ist, wie die Tageszeitung “Österreich” (Ausgabe von 14.1.) berichtete. Im ORF versteht man die Aufregung nicht.

Die politische Mission von “Hizb ut Tahrir” ist ausgewiesen demokratiefeindlich: Die Gruppierung will ein Kalifat errichten, hetzt mit antisemitischer Propaganda gegen Israel und rückte in der Vergangenheit auch in die Nähe von deutschen Neonazis. Seit 2003 ist “Hizb ut Tahrir” in der Bundesrepublik verboten. Die Islamisten hatten zuvor jahrelang mit antisemitischer Propaganda den Gedanken der Völkerverständigung verletzt und zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele Gewalt legitimiert. Laut dem Berliner Verfassungsschutz riefen sie in einem von Asser herausgegebenen Propagandamagazin “offen zum Krieg gegen Israel und zur Tötung von Juden auf”.

Auch die Achse zur radikalen Rechten sorgte in Deutschland für Aufregung: Neonazi-Größen wie Horst Mahler oder der NPD-Vorsitzende Udo Voigt hatten der antisemitischen Propaganda der Gruppe bei einer Veranstaltung in einer Berliner Universität applaudiert.

Assem, der mittlerweile in Österreich die “Hizb ut Tahrir” öffentlich vertritt, trat am Mittwoch im “Club 2″ zum Thema “Muslimische Frauen in Österreich: Zwischen Unterdrückung und Emanzipation” auf, im Vorfeld angekündigt als “Sprecher” der Gruppierung. Dass dies trotz des Betätigungsverbotes in Deutschland erfolgt ist, rechtfertigt der Sendungsverantwortliche, Robert Stoppacher, auf APA-Anfrage damit, dass Assem “als ein Vertreter einer ausgeprägt konservativen Auslegung des Islam eingeladen” worden sei. “Als einer von sieben Gästen erhielt er natürlich kein Forum zur Selbstdarstellung – ganz im Gegenteil: Herr Assem musste sich von fast allen anderen Teilnehmern heftige Kritik an seiner Auslegung des Islam, vor allem an seinem konservativen Frauenbild, gefallen lassen.” Für das Thema und die Kontroverse im Club 2 sei es sehr wichtig gewesen, auch Vertreter dieser islamischen Strömung in der Runde zu haben. Weder gegen Assem noch gegen seine Partei gebe es vonseiten der österreichischen Behörden Ermittlungen, betonte man im ORF.

Kritik an der Einladungspolitik des ORF übte unterdessen die FPÖ: “Durch die Einladung dieses Islamisten signalisiert der ORF, dass er dessen wirre Thesen für diskussionswürdig hält. Das ist ein fatales Signal”, sagte Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung.

Alle Beiträge der Kategorie Vermischtes ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

Aktuelle Veranstaltungen


Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de