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Mi. 09.11.2016 | 8. Cheschwan 5777
Beginn 11:00Zum Tag des Gedenkens an den 9. November 1938: „Jeder Mensch hat einen Namen“
78 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 erinnert die Namenslesung an 421 Münchner Kinder und Jugendliche, die durch den Holocaust ihr Leben verloren.
Den Einladungs-Flyer mit den Veranstaltungen an diesem Tag finden Sie hier (PDF-Download).
Sie wurden entrechtet und verfolgt, gedemütigt und misshandelt. Sie wurden in Todeslager verschleppt und ermordet. Die Zukunft wurde ihnen geraubt. Eltern und Familien hatten keine Möglichkeit, sie zu schützen. Sie alle waren Bürger dieser Stadt. Wir wollen ihrer gedenken und ihre Namen nennen.
Programm
Lesung der Namen von Kindern und Jugendlichen aus München, die Opfer der Judenverfolgung wurden
14:00–17:00 Uhr
am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus)
Ablauf
Einleitung
Ilse Macek
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
Es lesen Münchner Schülerinnen und Schüler, engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Münchner Persönlichkeiten – u.a. Karl Freller MdL, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Dr. Michael Stephan, Leiter des Stadtarchivs München, Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München, Petra Reiter, Schauspielerin Luise Kinseher, Dr. Susanne May, Programmdirektorin der Volkshochschule München, Brigitte Meier, Dr. Marianne Ott-Meimberg, Weiße Rose Stiftung, Franzis Schickler.
Zwischentexte
Eva König
Arbeitsgruppe »Gedenken an den 9. November 1938«
Abschluss
Dr. Sabine Schalm
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
El Mole Rachamim (Gedenk-Gebet)
Rabbiner Shmuel Aharon Brodman
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
Programm im Alten Rathaus am Marienplatz
11:00 Uhr
im Saal, 1. OG
Zeitzeugenforum
mit Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Uri Siegel, Hanna Zimmermann
für Schülerinnen und Schüler, nur nach Voranmeldung unter stadtarchiv@muenchen.de
Filmdokumente aus dem Stadtarchiv München
»Abriss der Hauptsynagoge, Juni 1938«
»Die brennende Synagoge Ohel Jakob nach der
Reichskristallnacht, November 1938«
11:00–17:00 Uhr
im Foyer, EG
Ausstellung des Stadtarchivs München »verzogen, unbekannt wohin…«
Dokumente zur ersten Deportation im November 1941 nach Kaunas (Litauen)
»Weg der Erinnerung«
Geführte Stadtgänge: 12:00, 14:00 & 16:00 Uhr
Treffpunkt Altes Rathaus, jedoch freier Zugang bei allen Stationen möglich
Stadtgang vom Alten Rathaus am Marienplatz bis zum Gedenkstein an der Herzog-Max-Straße entlang ehemaliger Wohnadressen verfolgter jüdischer Bürger in München:
- Altes Rathaus München, Marienplatz 15
– Familie Dr. Karl Bacharach, Marienplatz 2 / II
– Familie Emil Neuburger, Kaufingerstraße 26 / III
– Familie Hugo Nathan Fränkel, Kaufingerstr. 15 / II - Bamberger & Hertz (Hirmer), Kaufingerstraße 28 (ehem. 22)
– Familie Ida Pauson, geborene Aufseeßer, Neuhauser Straße 9/III
– Familie Leopold Paul Goldlust, Herzog-Max-Straße 7 / I Rgb. - Gedenkstein an der Herzog-Max-Straße
Hintergrund:
»Reichskristallnacht« – das Wort erinnert an eingeworfene Schaufenster von Geschäften jüdischer Eigentümer, an verwüstete Wohnungen, brennende Synagogen und mit Hetzparolen beschmierte Wände. Diese Zerstörungen waren jedoch nur die äußerlich sichtbaren Spuren der nationalsozialistischen Aggression. Dahinter verbirgt sich weit mehr. »Kristallnacht«, das bedeutet auch und vor allem: geplante und spontane Gewaltausbrüche und Mordaktionen gegen Menschen – also: Terror jenseits materieller Zerstörungen.
Die verletzlichsten Opfer der nationalsozialistischen Gewalt waren Kinder und Jugendliche. Ausgrenzung und soziale Isolation trafen sie besonders hart. In der Schule, in Vereinen und allen anderen gesellschaftlichen Bereichen waren Kinder und Jugendliche weitgehend schutzlos der staatlich verordneten rassistischen Verfolgung ausgesetzt. Viele konnten zwar durch »Kinder transporte« in Sicherheit gebracht werden.
Die Trennung von Eltern und Geschwistern wirkte jedoch traumatisierend und prägte schmerzhaft ihr weiteres Leben. Es fanden nicht alle Kinder und Jugendlichen aus München Zuflucht im rettenden Ausland. 78 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 erinnert die Namenslesung an 421 Münchner Kinder und Jugendliche, die durch den Holocaust ihr Leben verloren. Sie wurden entrechtet und verfolgt, gedemütigt und misshandelt. Sie wurden in Todeslager verschleppt und ermordet. Die Zukunft wurde ihnen geraubt. Eltern und Familien hatten keine Möglichkeit, sie zu schützen.
Sie alle waren Bürger dieser Stadt. Wir wollen ihrer gedenken und ihre Namen nennen.
Veranstalter: Arbeitsgruppe »Gedenken an den 9. November 1938«
Eine Kooperation von: BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, »Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.« – regionale Arbeitsgruppe München, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R., Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Mitzwe Makers e. V., NS-Dokumentationszentrum München, Stadtarchiv München, Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Weiße Rose Stiftung e. V.
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786
Kulturzentrum
„Balagan“ von und mit Mirna Funk
Beginn 17:00Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.
Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786
Kultur
Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate
Beginn 19:00Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr
An Evening on the Psychology of Antisemitism
Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »
Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786
Kultur
Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“
Beginn 19:00Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr
Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de

