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21. Juli 2016
Ehrung am Chiemsee
IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch erhielt den Oberbayerischen Kulturpreis. Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 21.7.2016. Sie setzt sich seit Jahrzehnten für jüdisches Leben und jüdische Kultur in München ein – und hat im Zuge des neuen Gemeindezentrums am Jakobsplatz dafür gesorgt, dass jüdische Kultur wieder im Herzen der Stadt angekommen ist. Nun ist IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch dafür ausgezeichnet worden, dass sie sich so leidenschaftlich um die Kultur in Oberbayern verdient gemacht hat.

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch, Gabriel Mayer, Leiter der Mayer’schen Hofkunstanstalt (r.), und Bezirkstagspräsident Josef Mederer © Wolfgang Englmaier
Am 10. Juli wurde sie mit dem Oberbayerischen Kulturpreis ausgezeichnet und nahm die höchste kulturelle Ehrung, die der Bezirk zu vergeben hat, in einer Feierstunde im Kloster Seeon aus den Händen von Bezirkstagspräsident Josef Mederer entgegen. Neben Knobloch erhielt auch Gabriel Mayer – langjähriger Leiter der Mayer’schen Hofkunstanstalt München – den Kulturpreis.
Bezirkstagspräsident Josef Mederer wies in seiner Begrüßungsrede auf den großen Stellenwert hin, den die Kultur, gerade in ihrer ausgeprägten Vielfalt, für den Bezirk darstellt. In diesem Zusammenhang sei es auch und insbesondere die jüdische Kultur, die das Leben in Oberbayern bereichert. Das Gemeindezentrum der IKG im Herzen der Stadt München sei zum Beispiel das sichtbare Zeichen, dass jüdische Kultur wieder einen festen Platz in der Stadt habe, erklärte Mederer. Dies sei auch auf die Beharrlichkeit und den festen Willen der IKG-Präsidentin zurückzuführen. An sie direkt gewandt, erklärte der Bezirkstagspräsident: »Dass es heute in München ein reiches jüdisches Kulturleben gibt, ist entscheidend Ihr Verdienst.«
Laudatio hielt Kultusminister Spaenle
Der große Respekt und die Anerkennung, die Charlotte Knobloch entgegengebracht werden, drückten sich bei der Ehrung in Seeon auch durch die Anwesenheit von Kultusminister Ludwig Spaenle aus, der die Laudatio hielt. Auch er kam in seiner sehr persönlich gehaltenen Rede an Charlotte Knoblochs Lebenswerk, dem jüdischen Gemeindezentrum, nicht vorbei. »Das wundervolle Zentrum«, erklärte er, »ist die in Stein, in Architektur gegossene Überzeugung von Charlotte Knobloch.«

Die Ehrung wurde Charlotte Knobloch im Kloster Seeon übergeben. © Wolfgang Englmaier
Wie diese Überzeugungen der IKG-Präsidentin aussehen, beschrieb der Minister in seiner Laudatio ebenfalls: »Charlotte Knobloch ist eine außergewöhnliche Frau – als gebürtige Münchnerin ist sie bayerische Patriotin, Deutsche, Europäerin und Weltbürgerin. Sie hat sich jahrzehntelang unermüdlich für die Juden in München, Bayern und Deutschland, für die demokratischen und rechtsstaatlichen Grundwerte unseres Landes und der freien Welt sowie für das Lebensrecht und den dauerhaften Bestand des Staates Israel engagiert.«
Standhaftigkeit, Sensibilität und große Überzeugungskraft« nannte Spaenle als besondere Charakteristika der Preisträgerin. Damit gelinge es ihr, »das Bewusstsein der Menschen für ein friedliches Zusammenleben in gegenseitiger Toleranz zu schärfen«. Hoch rechnete der Minister der IKG-Präsidentin an, dass sie als engagierte Jüdin nicht nur mit offenen und klaren Worten an politischen und gesellschaftlichen Debatten teilnimmt und damit Demokratie lebt und vorlebt, sondern sich diesen oft auch schwierigen Diskussionen mit ihrer »ganzen Person« stellt.
In Anspielung auf die unmittelbare Nachkriegszeit und die damals allgegenwärtige Frage für die Holocaust-Überlebenden, ob man tatsächlich im Land der Täter bleiben solle, sagte der Kultusminister: »Wir können uns glücklich schätzen, dass Sie geblieben sind. Für eine nachhaltige politische Bildung der Menschen in unserem Land brauchen wir starke Partner wie Sie und die jüdische Gemeinde.«
Weiterer Preistäger Gabriel Mayer
Eine Partnerschaft, der eine tiefere Bedeutung zukommt, als es auf den ersten Blick scheint, besteht auch zwischen der Israelitischen Kultusgemeinde und der Mayer’schen Hofkunstanstalt, für die Gabriel Mayer viele Jahre lang das prägende Gesicht war. Das 150 Jahre alte Familienunternehmen, das jetzt von seinem Sohn fortgeführt wird, macht Glas zu Kunst. Als zweiten Preisträger hätte der Bezirk kaum jemand Geeigneteren auswählen können.
In vielen Teilen der Welt hat die Münchner Firma mit ihren Glasprodukten Spuren hinterlassen. Eine führt auf den Jakobsplatz beziehungsweise darunter. Im »Gang der Erinnerung«, der die Synagoge Ohel Jakob mit dem Gemeindezentrum der IKG verbindet, sind die Namen der 4500 Juden aus München, die den Holocaust nicht überlebt haben, auf Glas festgehalten.
Zwischen den Klängen des »Achim Schröter Trio«, den Reden und einem großen Buffet fand Bezirkstagspräsident Josef Mederer noch eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Preisträger, denen die kulturelle Vielfalt in München mit zu verdanken sei. »Ihr Werk«, erklärte Mederer, »ist im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend, weil es nicht nur über die Region hinaus, sondern auch weit in die Zukunft hinein wirkt.
Wer ernsthaft dafür Sorge trägt, dass Rassismus und Antisemitismus, Hass und Zerstörung bei uns nicht gesellschaftsfähig und unterschiedliche Meinungen im Dialog verhandelt werden, der hat die Zukunft im Blick. Wer handwerkliche Tradition mit innovativen Techniken verbindet, der hält sie für die folgenden Generationen lebendig.«
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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
Kultur
Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
