Veranstaltungen Feiertag
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Do. 10.05.2012 | 18. Ijar 5772
Lag Ba’omer
Die Seele der Tora
Lag BaOmer, der 33. Tag des Omer-Zählens, ist der Geburtstag der jüdischen Mystik. Über viele Generationen hinweg wurde die innere Seele der Tora – auch als Kabbala bekannt – nur einigen Auserwählten weitergegeben. Diese Lehren skizzieren in kryptischer Form die g-ttliche Existenz und Ihre Offenbarung, die Prozesse der Schöpfung und das Wesen der menschlichen Seele. Die ungeheure Kraft dieser Lehren und ihre Subtilität machen sie höchst anfällig für Korruption. Daher war es über viele Jahre verboten, sie zu verbreiten.
Der erste, der eine größere Zahl an Schülern in die Kabbala einführte, war Rabbi Schimon bar Jochai, der im 2. Jahrhundert der allgemeinen Zeitrechnung lebte. Die bedeutendste Offenbarung vollzog sich am Tag seines Ablebens, als er in einem mehrstündigen Marathon die innersten Geheimnisse der g-ttlichen Weisheit aufdeckte. Dieser Tag war Lag BaOmer.
Jahrhunderte vergingen, bis der große Kabbalist Rabbi Isaak Luria (der »heilige Ari«, 1534-1572) verkündete: »In unseren Zeiten ist es erlaubt und angebracht, diese Weisheit zu offenbaren«, und sie mittels der chassidischen Lehre jedem zugänglich gemacht wurde. Lag BaOmer aber bleibt der Tag, an dem die »jüdische Mystik« erstmals den Schleier der Verborgenheit und Exklusivität abstreifte. Rabbi Schimon bar Jochai wies seine Schüler an, diesen Tag als fröhliches Fest zu feiern – und so wird er bis zum heutigen Tag in jeder jüdischen Gemeinde begangen.
Körper und Seele der Tora
Der äußere Körper der Tora ist unser Instrument, um die offensichtlichen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Du sollst nicht töten und stehlen, speise den Hungrigen, heilige deine Beziehung in der Ehe, ruhe am Schabbat, iss nur koschere Lebensmittel – denn auf diese Weise wird dein Einfluss auf die Welt im Einklang mit der ursprünglichen g-ttlichen Absicht stehen.
Aber nicht alles im Leben ist so einfach wie die expliziten Gebote und Verbote der Tora. Darunter liegen die Mehrdeutigkeit von Absicht und Motiv, das Zusammenspiel von Ego und Engagement, die Spur des Bösen, die das allerheiligste Bestreben überschattet, und der Funke des Guten, der verborgen liegt in jedem Element der Schöpfung. Wie ist diesen Herausforderungen zu begegnen?
Hier kommt die mystische Dimension der Tora ins Spiel. Sie leitet uns in einer Rückkehr zu unserer eigenen Essenz, zum Innersten unserer Seele. Dort entfesseln wir die Kräfte, um die schwersten und obskursten Hürden zu meistern; von dort schöpfen wir den positiven Einfluss, um jede Situation und jeden Ort in dieser manchmal so düsteren Welt zu erhellen.
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Juni 2026 | Ijar-Siwan
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Aktuelle Veranstaltungen
Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786
Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
