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	<title>Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern</title>
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		<title>Türkei verdächtigt Vogel aus Israel der Spionage</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 14:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Leeor Engländer, erschienen auf Welt Online. Ein bunter Zugvogel versetzt die Türkei in Alarmbereitschaft: Das Landwirtschaftsministerium hat dem Geheimdienst einen Bienenfresser übergeben, der einen Ring mit der Aufschrift &#8220;Israel&#8221; trug. Es gibt Friedenstauben, sprechende Papageien und diebische Elstern. Eine neue Spezies ist offenbar der israelische &#8220;Spionagevogel&#8221;. Zumindest befürchteten das türkische Behörden, nachdem ein Landwirt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Leeor Engländer, erschienen auf <a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article106330135/Tuerkei-verdaechtigt-Vogel-aus-Israel-der-Spionage.html" target="_blank">Welt Online</a>.</em> Ein bunter Zugvogel versetzt die Türkei in Alarmbereitschaft: Das Landwirtschaftsministerium hat dem Geheimdienst einen Bienenfresser übergeben, der einen Ring mit der Aufschrift &#8220;Israel&#8221; trug. <span id="more-12057"></span></p>
<p>Es gibt Friedenstauben, sprechende Papageien und diebische Elstern. Eine neue Spezies ist offenbar der israelische &#8220;Spionagevogel&#8221;. Zumindest befürchteten das türkische Behörden, nachdem ein Landwirt auf seinem Acker einen verdächtigen Kadaver entdeckt hatte.</p>
<p>Medienberichten zufolge trug das Tier am Bein eine eindeutige Markierung mit der Aufschrift &#8220;Israel&#8221;. Die Beringung allein aber machte den Vogel noch nicht zum Spion. Erst in Kombination mit seinen übergroßen Nüstern kam der Verdacht auf, dem verendeten Tier könnte vom israelischen Geheimdienst ein Überwachungsinstrument implantiert worden sein. So übergab das Landwirtschaftsministerium den Kadaver dem Geheimdienst in Ankara.</p>
<h2>Bienenfresser machen Zwischenstopps in Israel</h2>
<p>Weil sich die Nachricht nicht nur unter türkischen, sondern auch israelischen Ornithologen verbreitete, konnte der Vogel mittlerweile identifiziert werden.</p>
<p>Es handelte sich um einen Bienenfresser, der vor circa vier Jahren routinemäßig zu Forschungszwecke in Israel beringt wurde. Der Norden beherbergt eine große Population der in Deutschland fast ausgestorbenen Zugvögel. Viele Artgenossen machen in Israel auch nur einen Zwischenstopp auf ihrer Wanderschaft nach Afrika.</p>
<h2>Auch Eichhörnchen unter Spionageverdacht</h2>
<p>Die Türkei ist nicht das erste Land, das sich in seiner nationalen Sicherheit von wilden Tieren bedroht fühlt. Bereits vor Jahren untersuchten ägyptische Behörden die vermeintliche Rolle des israelischen Geheimdienstes bei einem tödlichen Haiangriff auf eine deutsche Touristin im Roten Meer.</p>
<p>Auch ein Gänsegeier, der von Forschern an der Tel Aviver Universität mit einem GPS-System ausgestattet wurde, landete in Saudi Arabien, geriet unter Spionageverdacht und wurde nie wieder gesehen.</p>
<p>Der Iran verdächtigte Brieftauben , als diese in der Nähe einer Urananreicherungsanlage gesichtet wurden. Zuvor hatte der Geheimdienst bereits die Festnahme von 14 Eichhörnchen als Erfolg der iranischen Spionageabwehr vermeldet.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Historiker und Publzist Arno Lustiger ist gestorben</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 07:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Tobias Kaufmann, erschienen auf Kölner Stadt Aneiger Online, 16.05.12. Arno Lustiger ist tot. Der Historiker und Publizist starb im Alter von 88 Jahren. Arno Lustiger sel. A. galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in der Zeit des Holocaust. Arno Lustigers Leben hat für mehr als nur einen Tod gereicht, noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Tobias Kaufmann, erschienen auf <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1337069327228.shtml" target="_blank">Kölner Stadt Aneiger Online</a>, 16.05.12.</em> Arno Lustiger ist tot. Der Historiker und Publizist starb im Alter von 88 Jahren. Arno Lustiger sel. A. galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in der Zeit des Holocaust.<span id="more-12042"></span></p>
<p>Arno Lustigers Leben hat für mehr als nur einen Tod gereicht, noch bevor er 20 wurde. Mehrere NS-Konzentrationslager und zwei Todesmärsche hat er durchlitten &#8211; und überlebt. Gestorben ist Arno Lustiger erst jetzt 88-jährig in Frankfurt am Main, nicht als Davongekommener, sondern als geehrter Bürger, als Mitbegründer der jüdischen Gemeinde seiner Stadt und, was ihm sehr wichtig war, als anerkannter Historiker, der mit einer Legende aufgeräumt hat, die er nie akzeptieren wollte: der Legende, dass sich die Juden im Holocaust widerstandslos hätten töten lassen. Nicht zuletzt er selbst hatte anderes bewiesen.</p>
<p>Lustiger wurde 1924 im polnischen Bendzin geboren. Der väterliche Brotmaschinenbetrieb wurde nach dem deutschen Einmarsch arisiert, der junge Mann ging in den Untergrund und wurde 1943 mit seiner Familie deportiert. In den folgenden zwei Jahren absolvierte Lustiger eine Reise des Grauens, Hunderte Kilometer lang, zum Teil zu Fuß im eisigen osteuropäischen Winter: Auschwitz, Groß-Rosen, Buchenwald, Langenstein-Zwieberge. Sein Vater und sein Bruder Samuel wurden ermordet. Auf der Flucht vom zweiten Todesmarsch 1945 fiel er dem Volkssturm in die Hände, entkam wieder, bevor ihn US-Soldaten endgültig retteten.</p>
<p>Er konnte nie Abitur machen, nie studieren. Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2010 sagte Wolf Biermann: &#8220;Seine Elite-Universitäten hießen damals Auschwitz und Buchenwald und das KZ Langenstein im Harz.&#8221; Es war eine Verbeugung vor einer unfassbaren Leidensgeschichte und zugleich ein Kompliment. Denn in den vergangenen rund 20 Jahren ist aus dem Zeitzeugen, der sich in Frankfurt sein neues, zweites Leben aufbaute, ein Zeitgeschichtler geworden. Er wurde Ehrendoktor der Universität Potsdam, Professor des Landes Hessen. Sein Thema waren der Widerstand im Allgemeinen und jüdische Kämpfer im Besonderen: im Zweiten Weltkrieg, im Holocaust, im Spanischen Bürgerkrieg, in Stalins Russland als Opfer und als Täter.</p>
<h2>Streiter für das Existenzrecht Israels</h2>
<p>Lustiger war &#8220;ein bescheidener Mensch, sehr angenehm im Umgang mit anderen&#8221;, sagte jetzt Frankfurts designierter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Aber er war auch kämpferisch, scheute nicht vor Streit zurück, wenn ihn etwas empörte. So wie jene kleine, aber präsente Gruppe von &#8211; jüdischen &#8211; Antizionisten wie dem Verleger Abraham Melzer, die ihre Kritik an Israel gern in Nazi-Vergleiche kleiden. Für Lustiger, der unter Einsatz des eigenen Lebens gegen die Nazis kämpfte, während der Widerstand vieler heutiger Antifaschisten umso größer wird, je länger der Untergang des Dritten Reichs zurückliegt, waren diese Gleichsetzungen unerträglich.</p>
<p>Als Melzer im Januar 2006 in der Frankfurter Heilig-Geist-Kirche eine Lesung von Rupert Neudeck organisierte, veröffentlichte Lustiger einen Aufruf, in dem er &#8220;alle Freunde und Bekannten&#8221; bat, &#8220;mit (und ohne) ihre(n) Israel-Fahnen zu dieser Veranstaltung zu gehen, um dort für das Existenzrecht Israels und gegen die sich ständig wiederholenden Verleumdungskampagnen dieser eigentümlichen Gestalten zu argumentieren&#8221;. Die Evangelische Kirche zog den Mietvertrag für die Kirche daraufhin zurück.</p>
<p>Doch was sind lokale Scharmützel in der Bilanz eines solchen Lebens? Mit seinem Beitrag zur Geschichte des Judentums an einem bis heute unter Historikern umstrittenen Punkt hat Arno Lustiger sich verewigt.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Eine Dosis jüdisches Penicillin</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 07:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Philip Cassier, erschienen auf Welt Online. Auf keinen Fall mit Huhn aus der Legebatterie! Regina Karolinski (84) und Bella Katz (87) beherrschen die perfekte Hühnersuppe. Diese Geschichte wurde jetzt mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Das Team von Welt Online freut sich über die Verleihung des Theodor-Wolff-Preises 2012 an den Kollegen Philip Cassier. Es handelt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Philip Cassier, erschienen auf <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article106323118/Eine-Dosis-juedisches-Penicillin.html" target="_blank">Welt Online</a>.</em> Auf keinen Fall mit Huhn aus der Legebatterie! Regina Karolinski (84) und Bella Katz (87) beherrschen die perfekte Hühnersuppe. Diese Geschichte wurde jetzt mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Das Team von<em> Welt Online</em> freut sich über die Verleihung des <a href="http://www.presseportal.de/pm/6936/2253695/journalistenpreis-der-deutschen-zeitungen-theodor-wolff-preis-fuer-fuenf-journalisten" target="_blank">Theodor-Wolff-Preises 2012</a> an den Kollegen Philip Cassier. Es handelt sich bei diesem Journalistenpreis der deutschen Zeitungen um die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie ist mit jeweils 6000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr an insgesamt fünf Journalisten vergeben.<span id="more-12039"></span></p>
<p>Der Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären &#8220;Berliner Tageblatts&#8221;, Theodor Wolff, der von 1868 bis 1943 lebte. Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.</p>
<p>Cassier erhielt den Preis für &#8220;Eine Dosis jüdisches Penicillin&#8221;, erschienen in der <em><a href="http://www.morgenpost.de/printarchiv/biz/article1802902/Eine-Dosis-juedisches-Penicillin.html" target="_blank">Berliner Morgenpost</a></em>. Lesen Sie hier die herausragende Reportage über zwei ältere Damen:</p>
<p>Zuerst einmal, sagt Bella Katz und wischt sich bedächtig die Hände an ihrer Schürze ab, zuerst einmal braucht man ein Huhn. Und zwar keines aus der Legebatterie, denn die Sonne sollte das Tier schon einmal gesehen haben.</p>
<p>Wobei eines sowieso nicht genug sei für eine gute Brühe, ein Wort, das aus Bella Katz&#8217; Mund etwas spitzer intoniert kommt, es klingt wie &#8220;Briehe&#8221;. Das Fleisch legt man mit Knochen eine Nacht im Kühlschrank in Salz und Wasser ein. Und dann, sagt Bella Katz, braucht man vor allem eines, etwas, das den Menschen inzwischen weitgehend abhanden gekommen ist, man braucht Zeit. Vor allem das.</p>
<p>Bella Katz hat genau wie ihre Freundin Regina Karolinski schon einige Zeit auf diesem Planeten verbracht. 87 Jahre ist sie alt, Regina Karolinski ist 84, alles an ihnen verrät die Jahre, besonders die Gesichter, die Augen, die sehr viel gesehen haben, wohl mehr, als die allermeisten Menschen ertragen können &#8211; die dabei doch kein bisschen hart geworden sind, realistisch, kühl, berechnend, sondern vom ersten Augenblick an sagen: Willkommen. Wer immer du bist, tritt ein, hier, in unsere Einbauküche, wir sind gespannt auf dich.</p>
<h2>Die beiden Damen könnten Stars werden</h2>
<p>Die beiden jüdischen Damen &#8211; das Wort Dame ist zwingend erforderlich &#8211; leben seit vier Jahren gemeinsam in einer großzügigen Wohnung in Charlottenburg. Ihre Männer sind schon lange gestorben, und vor vier Jahren hatte Regina Karolinski eine Hüftoperation, Bella Katz kümmerte sich um sie, und weil man sich ohnehin schon seit Ewigkeiten kannte, behielt Regina Karolinski ihre beste Freundin einfach da.</p>
<p>Nun steht ihnen in ihrem Alter noch etwas bevor, wovon gerade viele junge Menschen träumen. Sie könnten Stars werden, auf der Leinwand. Ihre Enkelin Alexa, eine gebürtige Berlinerin, die inzwischen im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, hat einen Film über sie gedreht. Weil sie wollte, dass die traditionellen jüdischen Rezepte der beiden Damen fortleben, mit denen wuchs sie auf. Oder aber, weil sie wohl intuitiv spürte, dass es etwas ganz Besonderes ist, diesen beiden Damen zuzusehen, selbst dann, wenn sie nur eine Porreestange halbieren.</p>
<p>Regina Karolinski hat Tee angeboten und dazu ihre Kekse. Mit denen bewirbt die Enkelin ihren Film. Hergestellt sind sie aus Frischkäse, Eiern und Mehl, obendrauf liegt eine dicke Schicht Hagelzucker, sodass sie eine intensive Süße mitbringen, die einen aber nicht überwältigt, weil der Teig ohne Zucker auskommt: &#8220;Bitte, nehmen Sie, so viel Sie wollen&#8221;, sagt Regina Karolinski.</p>
<h2>&#8220;Wir waren im Lager&#8221;</h2>
<p>Sie begibt sich zum Herd, kein Hightechmonstrum, sondern nur ein paar Cerankochfelder, auf dem ein großer Edelstahltopf mit ungefähr drei Liter Wasser steht. Ungefähr, das ist wichtig, denn hier wird nichts nachgemessen. Als ihre Enkelin zu ihnen kam und Rezepte haben wollte, sagten beide: Das wird schwierig, wir bereiten jedes Gericht nach Gefühl zu, sieh uns zu, aber die letzten zwei Prozent Geschmack, die musst du selbst herausfinden.</p>
<p>Also stellt man sich selbst mit an den Herd und sieht dabei zu, wie Hände gewandt das Fleisch abspülen, es behutsam ins Wasser legen &#8211; eine unwillkürliche Geste des Respekts gegenüber dem geschlachteten Tier &#8211; und Knollensellerie, Petersilienwurzel und Mohrrüben zugeben. Alles ist sehr grob geschnitten und wird auf höchster Stufe erhitzt: &#8220;Warten wir, bis es kocht&#8221;, sagt Regina Karolinski.</p>
<p>Nun ist Zeit. Für die Frage, vor der der Besucher großen Respekt hat, für die Frage, wie sich die beiden kennengelernt haben. Die Antwort ist kurz: &#8220;Wir waren im Lager.&#8221; Nach dem Krieg trafen sie sich am Berliner Eichborndamm, eine Auffangstätte für Displaced Persons. Das Wort Lager sprechen sie gefasst aus, etwa so, als wären das eben früher mal irgendwelche ungünstigen Umstände gewesen.</p>
<p>Was sich hinter dem Wort verbirgt, lässt sich vielleicht erahnen, wenn man sich vor Augen führt, dass weder Regina Karolinski noch Bella Katz aus Berlin stammen. Regina Karolinski wuchs im polnischen Kattowitz auf, ihre Freundin im litauischen Vilnius. Wirklich vorstellen, was in den Jahren vor 1945 abgelaufen ist, das kann sich kaum ein Mensch mehr.</p>
<p>Ausgebreitet wird das Thema in der Küche auch nicht, was man nur akzeptieren kann. Bella Katz erzählt, dass sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Bad Reichenhall und München war, bevor sie nach Berlin kam &#8211; &#8220;zur Ruhe&#8221;. Gern wäre sie nach Israel ausgewandert, aber die Gelegenheit bot sich nicht. Regina Karolinski hat drei Jahre nach Kriegsende ihren Sohn bekommen.</p>
<h2>Die unbedingte Akribie beim Kochen</h2>
<p>Das Telefon klingelt, Bella Katz hebt ab: &#8220;Hallo Alexanderchen, bist du wieder da? Bei uns ist alles okay, wann willst du kommen? Gut!&#8221; Sie legt den Hörer auf. Sie sagt: &#8220;Sehen Sie, das ist ein guter Enkel, ist er zurück, ruft er an.&#8221;</p>
<p>Doch das Wasser im Topf kocht, man kann es hören, und der erste Duft von leicht scharfem Sellerie und leicht süßlichen Karotten durchzieht die Küche. In beachtlichem Tempo eilt Bella Katz an den Herd, in der Hand hält sie ein kleines Sieb. Oben auf der Suppe haben sich graue Schaumbatzen gebildet, die Bella Katz abschöpft, weil sie die Brühe trüben könnten, was wirklich nicht passieren darf. Schauminsel für Schauminsel verschwindet von der Oberfläche, dazu sagt Bella Katz leise: &#8220;Es muss alles schön sauber sein.&#8221;</p>
<p>Warum diese unbedingte Akribie? &#8220;Wir wollen, dass die alten jüdischen Rezepte nicht in Vergessenheit geraten&#8221;, sagen sie. So reden sie zuerst über Tscholent, eine Art Eintopf, der im Ofen zubereitet wird. Man nimmt eine Schicht Kartoffeln, platziert darauf dicke weiße Bohnen und Graupen und deckt das mit einer Schicht Rinderbrust ab.</p>
<p>Dann wiederholt man das Verfahren. Und während sie darüber sprechen, merkt jeder Mensch, der auch nur das geringste bisschen zuhört, dass sie im Grunde weniger über das Rezept oder das Handwerk reden als über ihre Heimat. Gehackte Eier, gehackte Leber, eingelegte Heringe, Tscholent, Hühnerbrühe, Kompott, das sind die Dinge, die man ihnen ließ, die sie mitnehmen durften auf ihre Reise durch ein Leben, das die Heimat nicht mehr vorsah.</p>
<p>Regina Karolinski sagt, sie habe durch ihre Zeit im Lager gelernt, alles, aber auch alles zu essen, sie könne kein Lieblingsessen finden. Aber die Art, wie sie vor dem Edelstahltopf steht, dieses vollkommen harmonische und konzentrierte Ganze, das kann nur bedeuten, dass es hier um letzte Dinge geht, auch wenn keine der beiden es so drastisch ausdrücken würde. Tscholent am Sabbat, irgendwo in Kattowitz oder Vilnius des frühen 20. Jahrhunderts, das steht in der Erinnerung unverrückbar fest.</p>
<h2>Zeit ist das Geheimrezept</h2>
<p>Bella Katz schaltet die Hitzezufuhr herunter und legt zwei geputzte und grob zerteilte Stangen Porree in die Brühe. Sie darf jetzt nicht mehr kochen, die Oberfläche sollte sich nur ganz leicht bewegen: &#8220;Die Brühe muss ziehen&#8221;, sagt Bella, langsam, sehr langsam ziehen, nur das entwickelt den Geschmack. Wer mit zu hohen Temperaturen arbeitet, wer zu schnell ein Ergebnis will, der zerstört, was er erschafft.</p>
<p>Gleich kommt Regina Karolinskis Enkel zum Mittagessen vorbei. Die beiden Damen kichern: &#8220;Jedes Mal, wenn er kommt, haben wir gehackte Eier für ihn, sein Lieblingsessen. Er sagt: ,Ich will nicht, ich nehme zu, seht ihr?&#8221; Und dann isst er sie doch mit Begeisterung, es ist immer das Gleiche.&#8221;</p>
<p>Regina Karolinski arbeitete in vielen Berufen &#8211; unter anderem in einer Parfümerie, einer Confiserie und bei einem Juwelier. Sie kann Menschen wohl nicht zuletzt deswegen recht gut einschätzen und weiß, welches Begehren einem Besuch zugrunde liegt. Aber sie spricht auch über diese Zeit nur wenig. Sie lebte mit ihrem Mann im Bayerischen Viertel in Schöneberg, Bella Katz ganz in der Nähe.</p>
<p>Die Kinder hatten viel Kontakt miteinander, man habe sich stark in der Jüdischen Gemeinde in Berlin engagiert. Den Mauerbau erinnern beide noch genau &#8211; &#8220;Der Kopf muss immer mitmachen&#8221; -, allerdings hat das Ereignis, den Antworten nach zu urteilen, keine allzu tiefen Spuren hinterlassen. Vielleicht ist die Absurdität, jetzt wieder von Deutschen eingemauert zu werden, gar nicht so sehr ins Bewusstsein vorgedrungen. Oder die Mauer ging in der Fülle der Herausforderungen ihres Lebens unter.</p>
<h2>Der Duft in der Küche wird immer intensiver</h2>
<p>Als sie nach dem Krieg frei waren, sprachen sie beispielsweise kein Wort Deutsch. Es war auch niemand da, der es ihnen beigebracht hätte. Integrationskurse nach 1945? Ein lächerlicher Gedanke. So hörten sie auf den Straßen zu, im Radio, und ganz langsam lernten sie, sich zu verständigen.</p>
<p>Heute haben sie einen leichten Dialekt &#8211; &#8220;Briehe&#8221; für &#8220;Brühe&#8221;, weil das im Jiddischen so ausgesprochen wird -, und sie reden beide von der Kunst, flexibel zu sein. Für viele mag das heute ein ausgekautes politisches Schlagwort sein, aber wer es aus dem Mund von Bella Katz hört, der merkt, dass es Umstände gab, die diese Fähigkeit voraussetzten, um zu überleben.</p>
<p>Der Duft in der kleinen Küche wird immer intensiver. Bella Katz &#8211; sie steht heute hauptsächlich am Herd, obwohl es, wie beide betonen, hier keinen Chef gibt &#8211; rührt ein Bund glattblättrige Petersilie ein, wartet einen Moment und reicht einen Löffel zum Kosten: &#8220;Seien Sie ehrlich!&#8221; Heiß läuft die Flüssigkeit den Rachen hinunter. &#8220;Ja, Sellerie, Huhn und Möhren sind aromatisch schon da, Salz braucht&#8217;s, glaube ich, nicht mehr, muss aber noch ziehen, das Ganze.&#8221; &#8211; &#8220;Regina, was habe ich gesagt, der Herr ist ein Experte.&#8221;</p>
<p>Regina Karolinski nimmt den nächsten Löffel: &#8220;Ich würde schon noch zu ein wenig Salz raten.&#8221; Kein Grund zum Streiten, Bella Katz gibt noch genau so viel zu, dass ihre Freundin zufrieden ist und sich der Besuch gleichzeitig keine Sorgen macht.</p>
<h2>Mit Hack gefüllte Maultaschen regnen in die Suppe</h2>
<p>So geht es weiter und weiter, immer wieder wird der Löffel gereicht, abgeschmeckt und über das Ergebnis diskutiert, während die Brühe im Lauf von gut zwei Stunden immer reichhaltiger wird, und es gibt nichts zu tun, außer das zu erfühlen.</p>
<p>Was ist Freundschaft, meine Damen? Wie jede Antwort kommt auch diese unisono, und sie lautet, dass man über alles reden können muss und dabei sicher sein darf, dass nichts nach außen dringt.</p>
<p>Mehr Erklärungen werden an diesem Punkt nicht gegeben und sind auch nicht nötig. Alles leuchtet von ganz allein ein, auch die Kürze, denn wenn man so einen großen Wert unnötig verkompliziert, schießt es einem durch den Kopf, dann trägt er nicht mehr.</p>
<p>Inzwischen duftet die Luft im ganzen Raum nach gekochtem Sellerie und gekochtem Huhn, Bella Katz öffnet zur großen Überraschung zwei Packungen Tiefkühlgemüse, lässt es in einen Topf regnen und hebt das Huhn und das Suppengemüse aus der Brühe. Regina Karolinski deckt derweil im Wohnzimmer, eher ein Salon mit biedermeierlichen Holzschränken und einem Sideboard mit vielen Fotos der Familien darauf, den Tisch.</p>
<p>Bella Katz bewegt sich jetzt mit der Sicherheit eines Profis durch die Küche, schiebt das Huhn zum Nachbraten in den Ofen, gießt die Brühe durch ein Sieb, zieht aus dem Tiefkühlschrank mit Hack gefüllte Maultaschen, die in der jüdischen Küche Kreplach genannt werden, für die Brühe hervor, deckt mit Zwiebeln, Zitronensaft und Essig eingelegte Heringe ab und hat irgendwoher auch noch ein eigenes Möhrengemüse zur Hand.</p>
<p>Bei allem, was sie tut, lächelt sie, vielleicht ein wenig listig, als wolle sie sagen: Nun, lieber Besucher, wollen wir mal essen, und dann werden wir ja sehen, ob ich dich zu Recht für einen Experten gehalten habe.</p>
<h2>Gehackte Eier sind purer Luxus</h2>
<p>Es klingelt an der Tür, und der Enkel tritt ein, ein dunkelhaariger Mann, der gerade seinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften macht. Er hat Schnupfen, den &#8220;Kicker&#8221; unter dem Arm und ärgert sich über den Auftritt von Hertha BSC bei Bayern München, ein 0:4, das geht so nicht.</p>
<p>Plaudernd lässt sich die Gesellschaft nieder, der Enkel bedient sich sofort bei den gehackten Eiern, auch der Besuch bekommt viel ab und dazu einen Hering, von dem ihm eigentlich nach allen Erfahrungen reichlich schlecht werden müsste, aber heute nicht, der Hering schmeckt einfach nur frisch und salzig und überhaupt nicht nach Hering, was besonders Bella Katz sehr stolz macht. Die gehackten Eier haben etwas Luxuriöses, rohe und gebratene Zwiebeln, hartes Eiweiß, hartes Eigelb, das Simple gut zu machen, das ist die hohe Schule.</p>
<p>Dann die Brühe mit den Maultaschen &#8211; was soll man jetzt sagen, Ärzte wollen herausgefunden haben, dass Hühnerbrühe gegen Erkältungen wirkt, Bella Katz und Regina Karolinski wissen, dass die Brühe deswegen auch als &#8220;jüdisches Penicillin&#8221; bezeichnet wird, aber das ist auch wieder Quatsch, wenn&#8217;s erlaubt ist: Denn sehr wahrscheinlich hilft diese Suppe darüber hinaus auch bei jeder Art von Seelenpein, und das nicht wegen der molekularen Zusammensetzung, sondern weil alle Zutaten mit höchster Geduld behandelt wurden und überhaupt die ganze Terrine voller Liebe steckt.</p>
<p>Danach das gebratene Huhn und Gemüse aus der Packung &#8211; aber hehe, halt -, das war nur ein Trick, eigentlich wollen die Damen nur wissen, ob das Zeug irgendwie mit den selbst gemachten Möhren vergleichbar ist. Ist es nicht, wirklich gar nicht, kein Stück, schon allein, weil an die Möhren ein wenig Honig kommt.</p>
<h2>Zum Abschluss gibt es Roten Kompott</h2>
<p>Nach der Hauptspeise bricht der Enkel auf, er wird von seiner Mutter abgeholt, beide bekommen in einem verschließbaren Plastikbecher Brühe mit auf den Weg, und in der Mitte des Tisches steht plötzlich eine riesige Schüssel mit rotem Kompott.</p>
<p>Der Besuch blamiert sich, weil er glaubt, hier sei mit Sago gearbeitet worden, um ein bisschen abzubinden, aber das kommt nun zufällig gar nicht in die Tüte, das müssen die Himbeeren und Erdbeeren schon selbst können.</p>
<p>Regina Karolinski erzählt, wie ihr Enkel und ihre Enkelin früher immer Freunde zum Essen mit in die Wohnung hochbrachten, das macht ein wenig neidisch. Zum Abschied schütteln beide Damen die Hand. Bella Katz sagt nach 87 Jahren auf diesem Planeten: &#8220;Nehmen Sie einen Rat einer alten Frau an: Sie müssen immer suchen, was an dem Tag schön ist. Dann finden Sie auch etwas.&#8221;</p>
<p>Manchmal ist es etwas so Außergewöhnliches, dass es für sehr viele Tage reichen wird.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Ein starkes Duo</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 07:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Rabbiner Arie Folger und Kantor Moshe Fishel wurden im Amt begrüßt. Von Miryam Gümbel, Jüdische Allgemeine, 17.05.2012.  Es war ein feierlicher Abend, als Rabbiner Arie Folger und Kantor Moshe Fishel am 29. April in der Ohel-Jakob-Synagoge in ihr Amt eingeführt wurden. Dafür, dass dieser offizielle Akt erst sieben Monate nach seinem Amtsantritt stattfand, nannte Folger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Arie Folger und Kantor Moshe Fishel wurden im Amt begrüßt.</strong> Von Miryam Gümbel, Jüdische Allgemeine, </em>17.05.2012.  Es war ein feierlicher Abend, als Rabbiner Arie Folger und Kantor Moshe Fishel am 29. April in der Ohel-Jakob-Synagoge in ihr Amt eingeführt wurden. Dafür, dass dieser offizielle Akt erst sieben Monate nach seinem Amtsantritt stattfand, nannte Folger in seiner Rede auch gleich ein paar biblische Beispiele. So hatte unter anderem König David zwischen seiner Salbung und seiner Krönung lange Zeit, die er nutzte, um die Bedürfnisse seines Volkes kennenzulernen.<span id="more-11886"></span></p>
<div id="attachment_12022" class="wp-caption alignleft" style="width: 311px"><a href="http://www.ikg-m.de/wp-content/uploads/2012/05/7224.jpg" rel="lightbox[11886]" title="Amtseinführung1"><img class="wp-image-12022" title="Amtseinführung1" src="http://www.ikg-m.de/wp-content/uploads/2012/05/7224.jpg" alt="" width="301" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Uscher Lubelski, Rabbiner Arie Folger, Kantor Moshe Fishel und Ber Szenker (v.l.). Foto: Daniel Schvarcz</p></div>
<p>Geleitet von dem Vorsitzenden der IKG-Kultuskommission, Uscher Lubelski, und dem Vorsitzenden des Vaads der Synagoge, Ber Szenker, zogen Rabbiner und Kantor ein.</p>
<p>Der Chor Schma Kolenu unter Leitung von Yoed Sorek sorgte für eine würdevolle Stimmung. Musikalischer Höhepunkt war später das Schechejanu, bei dem Moshe Fishel gemeinsam mit den Sängern der Synagoge sein stimmliches Können eindrucksvoll zeigte.</p>
<p>Die Gäste, unter ihnen Vertreter aus Politik und Kirchen, sowie eine Vielzahl von Rabinern, vom Münchner Altrabbiner Steven Langnas bis zum Repräsentanten von Chabad Lubawitsch, Raw Israel Diskin, begrüßte Lubelski auch im Namen von Präsidentin Charlotte Knobloch.</p>
<h2>Sehr junge aber starke Schultern</h2>
<p>&#8220;Mit dem heutigen Tag beginnen wir eine neue Ära im Kultusbereich unserer Gemeinde&#8221;, sagte er. Rabbiner Folger zugewandt fuhr er fort: &#8220;Der Mantel der Führung wird mit dem heutigen Tage auf Ihren sehr jungen aber starken Schultern gelegt. Sie werden diese große Gemeinschaft nach der Art und Weise unserer heiligen Tora führen, wie sie uns von unseren Vorfahren, durch Moses, unseren Lehrer und Meister, von der Hand des Allmächtigen auf dem Sinai gegeben wurde. Mit G’ttes Hilfe mögen Sie den enormen Herausforderungen, die vor Ihnen liegen, begegnen und sie zu nehmen wissen.&#8221;</p>
<p>Die Ansprache zu Ehren von Rabbiner Folger hielt der Oberrabbiner von Moskau und Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt. &#8220;Sie haben mich heute hierher eingeladen, um eine Institution zu segnen, um eine Tradition zu segnen, um die Kontinuität zu segnen. Und um den Eingang Ihres neuen geistigen Oberhauptes zu segnen&#8221;, erklärte er die Bedeutung des Festaktes. &#8220;Wir sind heute hier in dieser wunderschönen, neu gebauten Synagoge in der Innenstadt Münchens versammelt, einem Symbol für die Auferstehung des deutschen Judentums, nach den Jahren der Finsternis der Schoa.</p>
<h2>Begabte und geniale Führung der Präsidentin</h2>
<div id="attachment_12023" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.ikg-m.de/wp-content/uploads/2012/05/7225.jpg" rel="lightbox[11886]" title="Amtseinführung2"><img class="wp-image-12023" title="Amtseinführung2" src="http://www.ikg-m.de/wp-content/uploads/2012/05/7225.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Charlotte Knobloch und Rabbiner Pinchas Goldschmidt. Foto: Daniel Schvarcz</p></div>
<p>Dank der Beharrlichkeit der wenigen Überlebenden die 1945 den Mut hatten, hierher nach München, in das ehemalige Zentrum des Hasses und des Antisemitismus, zurückzukehren. Dank der begabten und genialen Führung der Präsidentin, Frau Knobloch, die dieses herrliche Zentrum errichtete, und dank der großen Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion ist die jüdische Gemeinde München wieder eine starke und ehrwürdige Gemeinde geworden.&#8221;</p>
<p>Rabbiner Arie Folger stellte er als &#8220;herausragende Persönlichkeit&#8221; vor: Bei ihm &#8220;ist es gar keine Frage, dass seine Wahl sowohl für ihn als auch für die Gemeinde richtig und verdient war&#8221;. Rabbiner Folger startete seine Karriere in der Park East Synagogue, in New York. Später amtierte Raw Folger in Basel und hat dort die Zuneigung und den Respekt der Mitglieder gewonnen. Auch in der Europäischen Rabbiner-Konferenz wird Raw Folger hoch geschätzt.&#8221;</p>
<h2>In Moshe Fishel vereinigten sich all unsere Wünsche</h2>
<p>Den Chasan Moshe David ben Zwi Dow Fishel haLevi stellte Ber Szenker vor. Aus mehr als 20 Kandidaten fiel die Entscheidung auf ihn. Das Kriterium dafür nannte Szenker: &#8220;In Moshe Fishel vereinigten sich all unsere Wünsche: Neben dem wunderschönen Gesang fand auch das Gebet einen direkten Weg aus seinem Herzen in unsere. Die menschlichen Gefühle wie Reue und Buße, Flehen und Demut, Dankbarkeit, Freude und Lob G’ttes sind während seines Betens merklich spürbar.&#8221;</p>
<p>Als Begrüßungsgeschenk der Gemeinde erhielt Rabbiner Folger einen Tallit, Kantor Fishel eine traditionelle aschkenasische Kantorenmütze aus Seide für die Jamim Nora’im, die ehrfürchtigen Tage, Rosch Haschana und Jom Kippur – feierlich überreicht von Mädchen aus der Gemeinde im Namen von Präsidentin Charlotte Knobloch. Auf der Mütze eingestickt ist auf Hebräisch ein Zitat aus dem Lied Debora: &#8220;Ich will G’tt besingen, singen werde ich, G’tt werde ich preisen, der G’tt Israels&#8221;. Auf dem weißen Tallit für Rabbiner Folger steht auf Hebräisch in silbernen Buchstaben gestickt: &#8220;Unser Lehrer und Rabbiner, Arie ben Menachen Meir, G’tt soll ihn schützen und aufrecht halten&#8221;.</p>
<h2>Prägende jüdische Identität weitergeben</h2>
<p>Das Schlusswort hatte dann der neue Rabbiner: Jüdische Identität zu vermitteln, sei eine besonders wichtige Aufgabe. Toleranz gegenüber der Realität dürfe hier nicht zu Hoffnungslosigkeit führen. Eine prägende jüdische Identität sei wichtig – und diese müsse an alle Generationen weitergegeben werden. In einer intakten Gemeinde dürfe es Vielfalt geben. Auch Traditionstreue gehöre dazu.</p>
<p>Die Erziehung gehöre hier entscheidend dazu, von der Wiege bis zum Gymnasium, aber auch darüber hinaus. Deshalb seien Jugendarbeit und Engagement mit den Studenten unentbehrlich. Präsidentin Charlotte Knobloch, der IKG-Vorstand und viele Abteilungen wirkten dabei &#8220;voller Hingabe mit, unsere Vision umzusetzen&#8221;. Dieses Engagement aller sei unabdingbar, so Rabbiner Folger: &#8220;Alleine bin ich sehr wenig, aber zusammen sind wir stark, und zusammen können wir die Zukunft der Gemeinde sichern.&#8221;</p>
<p><em>Fotos von der Veranstaltung finden Sie unter <a title="http://www.danielschvarcz.com/foto/IKG/29042012/" href="http://www.danielschvarcz.com/foto/IKG/29042012/" target="_blank">danielschvarcz.com</a>.</em></p>
<p><em>Die komplette Ansprache von Rabbiner Pinchas Goldschmidt können Sie <a href="http://www.ikg-m.de/wp-content/uploads/2012/05/Rabbiner-Pinchas-Goldschmidt.pdf" target="_blank">hier</a> downloaden (PDF).</em><!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Hitlers Spiele: Amerikaner verhinderte 1936 Olympia-Boykott</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 13:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Philip Cassier, erschienen auf Welt Online. Wie umgehen mit der Fußball-EM in der Ukraine? Auch vor Olympia 1936 in Berlin wurde ein Boykott diskutiert – und auf Betreiben eines Amerikaners verworfen, des späteren IOC-Chefs Avery Brundage. Die braunen Herrscher taten einiges dafür, Deutschlands größtes Sportidol für ihre Sache einzuspannen. Als im Jahr 1935 eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Philip Cassier, erschienen auf <a href="http://www.welt.de/kultur/history/article106306551/Ein-Amerikaner-verhinderte-Olympia-Boykott-1936.html" target="_blank">Welt Online</a>.</em> Wie umgehen mit der Fußball-EM in der Ukraine? Auch vor Olympia 1936 in Berlin wurde ein Boykott diskutiert – und auf Betreiben eines Amerikaners verworfen, des späteren IOC-Chefs Avery Brundage. Die braunen Herrscher taten einiges dafür, <a href="http://www.welt.de/13435159" target="_blank">Deutschlands größtes Sportidol</a> für ihre Sache einzuspannen. Als im Jahr 1935 eines Abends bei ihm das Telefon klingelte, so schreibt es Max Schmeling in seinen Erinnerungen, hatte Arno Breithaupt, der Stellvertreter des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten, ein delikates Anliegen: Man sei in Berlin über die zögerliche Haltung der US-Amerikaner beunruhigt, ihr Kommen bei den Olympischen Spielen 1936 zuzusagen: &#8220;Sie kennen doch Amerika gut&#8221;, sagte Breithaupt, &#8220;könnten Sie rüberfahren und entscheidende Leute positiv beeinflussen?&#8221;<span id="more-11949"></span></p>
<p>Schmeling, der sein Geld als Berufsboxer vornehmlich in amerikanischen Ringen verdiente und dabei von Joe Jacobs, einem Juden, gemanagt wurde, wusste sofort, was die Stunde geschlagen hatte: Seit der Machtübertragung auf Hitler im Jahr 1933 machte zumindest die liberale Presse wie die &#8220;New York Times&#8221; in den USA dafür Stimmung, die Spiele in der Reichshauptstadt zu boykottieren. Zu schwer wogen die antisemitischen Ausfälle im Reich – &#8220;Kauft nicht beim Juden&#8221; –, und in der Abordnung, die die Amerikaner schicken wollten, würden sich einige Juden und auch Schwarze befinden.</p>
<p>Schmeling, der ohnehin geschäftlich in die USA reisen wollte, fasste den Entschluss, für sein Land zu sprechen. Im Gepäck hatte er auch einen Brief, den Theodor Lewald geschrieben hatte, der Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele, der nach der NS-Rassenideologie ein &#8220;Halbjude&#8221; war. Davon gedachten die Nazis zu profitieren: Konnte ja alles so schlimm nicht sein, wenn einer wie Lewald die Sache in der Hand hatte. Lewald spielte das Spiel bis zur Selbstverleugnung mit.</p>
<p>Die Stimmung war reserviert</p>
<p>In New York, so schreibt Schmeling, fügte es sich dann, dass das Olympische Komitee der USA kurz nach seiner Ankunft just in seinem Hotel die entscheidende Sitzung anberaumt hatte. Vorher empfing ihn der Vorsitzende des Komitees, Avery Brundage. Die Stimmung war reserviert: Wer garantiere den Amerikanern, dass ihre schwarzen – im damaligen Jargon Neger – und jüdischen Athleten nicht behelligt würden?</p>
<p>Schmeling, der als Profi nicht teilnehmen konnte, gab sein Wort, dass deutsche Sportler keinerlei Diskriminierung zulassen würden. Kurz darauf entschieden die Amerikaner mit einer Mehrheit von nur zwei Stimmen, nach Berlin zu reisen. Die unfassbare Naivität seines Auftritts sei ihm erst sehr viel später klar geworden, schreibt Max Schmeling. Er hätte ja zu keinem Zeitpunkt eine Handhabe gehabt, etwaige Hetze des Regimes zu unterbinden.</p>
<p>Heute wirken all diejenigen, die sich für die Spiele im Nazireich starkmachten, wie Menschen, die entweder systematisch die Augen verschlossen oder deren Leichtgläubigkeit ans Verbrecherische grenzte. Die Worte der Boykottbefürworter lesen sich dagegen prophetisch. Zu schlecht passte die rein auf Ausgrenzung und Erniedrigung abzielende Ideologie des Nationalsozialismus mit der Idee der Völkerverständigung durch Sport zusammen, die seit jeher Kern der olympischen Bewegung ist.</p>
<p>Es beginnt im Jahr 1916</p>
<p>Und auch wenn die Situationen natürlich keinesfalls gleichzusetzen sind, so <a href="http://www.welt.de/106257145" target="_blank">findet die Fußball-Europameisterschaft dieses Jahr</a> mit der Ukraine zumindest teilweise ebenfalls in einem Staat statt, dessen Regime diktatorische Züge trägt und das Oppositionelle wie Julia Timoschenko so sehr quält, dass sie in einen Hungerstreik treten. Bundestrainer Joachim Löw hat das Problem gelöst, indem er einerseits sagte, dass sich Deutschland nicht als &#8220;Weltpolizist&#8221; aufspielen werde, seine Spieler aber durchaus <a href="http://www.welt.de/106262636" target="_blank">ihre Meinung sagen dürften</a>. Löws Kapitän Philipp Lahm hat das schon getan, sehr kritisch.</p>
<p>Die Geschichte der Olympischen Spiele von Berlin beginnt eigentlich schon im Jahr 1916. Damals hätte das Fest der Sportler in dieser Stadt stattfinden sollen, doch der Erste Weltkrieg verhinderte das. Deswegen waren die Deutschen um Lewald so erpicht darauf, dass es nun 20 Jahre später gelingen möge. Als Berlin 1931 den Zuschlag erhielt, terrorisierten die SA-Horden Hitlers gerade die Straßen der Großstädte. Der Chef der NSDAP war selbstredend ein strenger Gegner der universalistischen Veranstaltung Olympia, die nach seinen Worten nur dazu beitragen konnte, den gesunden deutschen Geist noch weiter zu zersetzen.</p>
<p>Das änderte sich schlagartig mit Hitlers Kanzlerschaft im Jahr 1933. Das Prestige, sich bei dem Ereignis als moderne, aufstrebende Nation präsentieren zu können, wischte alle nationalistische Semantik schnell beiseite. Doch mit Hitlers Kanzlerschaft begann eben im Ausland auch die Debatte, ob es möglich sei, an den Spielen teilzunehmen.</p>
<p>Sport und Politik nicht vermischen</p>
<p>Das Internationale Olympische Komitee stellte sich von Beginn an erkennbar nicht auf die Seite der Boykottbefürworter. Sein Präsident, der Franzose Graf Henri de Baillet-Latour, verfolgte die Linie, dass Sport und Politik nicht miteinander vermischt werden dürften und seine Organisation innenpolitische Zustände in Deutschland so lange nichts angingen, wie die Athleten allesamt gut behandelt würden. Sein Stellvertreter, der Schwede Sigfrid Edström, handelte nicht gegen die Interessen des Vorsitzenden.</p>
<p>Im Reich wurden die Juden ab 1933 systematisch aus allen deutschen Sportvereinen gedrängt. Für das Ausland ging es besonders um die Frage, ob jüdische Sportler eine Chance bekommen würden, für Deutschland anzutreten. Davon konnte zwar keine Rede sein, lediglich die Fechterin Helene Mayer, die seit 1932 in den USA lebte und nach den Nürnberger Rassegesetzen als &#8220;Halbjüdin&#8221; galt, war tatsächlich im Aufgebot.</p>
<p>Doch im IOC hatte niemand Interesse, sich allzu genau mit den Zuständen zu beschäftigen. So schrieb Edström am 8. Februar 1938 an Avery Brundage: &#8220;Um die strikte Opposition der Nazis gegen das Judentum zu verstehen, muss man in Deutschland leben. In wichtigen Geschäftsfeldern waren die Juden in der Mehrheit und verhinderten, dass jemand anderes Zugang erhielt.&#8221;</p>
<p>Brundage hatte es in Hand</p>
<p>Brundage war der Mann, der es in der Hand gehabt hätte, einen Boykott durchzusetzen, weil England im Fall eines Neins der USA seinen Appeasement-Kurs verlassen hätte und dadurch auch Frankreich nicht mehr hätte zusagen können. Doch fast möchte man heute bei der Szene, die Max Schmeling schildert, sarkastisch auflachen. Edströms Schreiben fiel bei Brundage auf fruchtbaren Boden: Als Freund des Judentums hatte sich der Geschäftsmann niemals hervorgetan.</p>
<p>Ihm war es stets darum zu tun, unbedingt mit seiner Staffel in Berlin anwesend zu sein. Eine Reise, die er vor den Spielen in offizieller Mission durch Deutschland unternahm, geriet zur Farce: In Berlin stellte er Vertretern des Judentums Fragen, die er, der kein Wort Deutsch sprach, sich von einem Dolmetscher übersetzen ließ, den die Nazis ihm an die Seite gestellt hatten. Ehrliche Antworten bekam er auf diese Weise nicht zu hören, er wollte es auch nicht.</p>
<p>Als zu ihm durchdrang, dass jüdische Sportler aus deutschen Vereinen ausgeschlossen waren, antwortete er, das sei in seiner Heimat Chicago ja auch nicht anders. Er konnte darin keine Diskriminierung sehen, er sorgte sogar selbst dafür, dass zwei jüdische Mitglieder einer Sprintstaffel seines Landes nicht mit nach Berlin reisen durften.</p>
<h2>Kein Zutritt für Schwarze</h2>
<p>In den USA musste Brundage allerdings ein Duell gegen Ernst Lee Jahnke, einen New Yorker mit deutschen Wurzeln, für sich entscheiden. Die Dynamik des rhetorischen Abtauschs mutet heute absurd an: Unermüdlich wies Jahnke darauf hin, dass die Rechte der Minderheiten in Deutschland gewahrt werden müssten, Schwarze und Juden hätten es in den USA schwer genug. Brundage erwiderte, dass dies wohl eher ein Indiz dafür sei, dass die USA sich nicht zum Richter aufspielen sollten. Abgesehen davon hätten Juden zum größten und prestigeträchtigsten New Yorker Sportklub auch keinen Zutritt.</p>
<p>Die konservative Presse wusste Brundage hinter sich. Es war zu lesen, man dürfe sich bei der Teilnahme an den Spielen nicht von &#8220;Juden und Kommunisten&#8221; abhängig machen. Am 21. November 1935 demonstrierten noch einmal Tausende in New York für einen Boykott. Doch in Berlin konnte man aufatmen: Die USA blieben selbst dann noch auf Kurs, als Hitler kurz nach den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen das entmilitarisierte Rheinland wiederbesetzen ließ. Letztlich siegte Brundage mit dem Argument, man könne nicht gegen den Willen der Sportler handeln, die es fast alle nach Berlin zog.</p>
<p>So wurde die Boykottbewegung zur Sache von wenigen. Auf der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936 in Paris hielt Heinrich Mann eine berühmte Rede, in der er Hitler und die Seinen zunächst als Kriegstreiber demaskierte. Die Ansprache gipfelte in den Worten: &#8220;Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.&#8221;</p>
<h2>Hitler verweigert Owens den Handschlag</h2>
<p>Namhafte Künstler und die Arbeiterbewegung, in Deutschland bereits verboten und inhaftiert, warnten mit ähnlich eindringlichen Worten. Das berühmteste Beispiel einer Sportlerin, die sich gegen die Spiele im Nazireich verwahrte, war die österreichische Schwimmerin Ruth Langer, die gute Aussichten auf eine Medaille gehabt hätte: &#8220;Ich kann als Jüdin an den Olympischen Spielen in Berlin nicht teilnehmen, weil mir das mein Gewissen verbietet.&#8221;</p>
<p>Die Olympischen Spiele in Berlin gerieten zu einem nie da gewesenen Spektakel. Zwölf neue Weltrekorde und 27 olympische Rekorde konnte man melden. <a href="http://www.welt.de/1974290" target="_blank">Hitler verweigerte dem Star der Spiele, dem schwarzen Amerikaner Jesse Owens</a>, konsequent den Handschlag. Während es den Nazis gelang, Hetze und Brutalität zu verstecken, errichteten sie zeitgleich das KZ Sachsenhausen.</p>
<p>Manche ausländischen Blätter berichteten kritisch, die US-Zeitschrift &#8220;The Nation&#8221; brachte es mit den Worten &#8220;Der Tod macht Pause&#8221; auf den Punkt. Die Spiele <a href="http://www.welt.de/1974231" target="_blank">endeten mit einer gigantischen Lichtshow</a>, wenig später sollten Scheinwerfer den Himmel über Berlin nach alliierten Bombern absuchen.</p>
<p>Max Schmeling erhielt bald nach seiner Unterredung mit Avery Brundage den Großen Olympischen Orden, bevor ihn die Nazis zwangen, als Fallschirmspringer auf Kreta zu landen. Er überlebte erstaunlicherweise. Die Karriere Avery Brundages stand 1936 noch am Anfang: 1952 wurde er IOC-Präsident, ein Amt, das er bis 1972, bis zu den Sommerspielen in München, innehatte. Dort verkündete er nach dem Attentat palästinensischer Terroristen, bei dem elf Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft starben: &#8220;The Games must go on.&#8221; – Die Spiele müssen weitergehen.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Knobloch shocked and alarmed after attack at the “I Like Israel” event in Siegen</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 12:17:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[WJC Vice-President condemns attack and deplores lack of public interest for anti-Israel incidents. Munich – Dr. h.c. Charlotte Knobloch, President of the Jewish Community of Munich and Upper Bavaria and Vice-President of the World Jewish Congress has reacted with scare and anger after Right-wing radicals attacked a booth distributing pro-Israel materials at the “I Like [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>WJC Vice-President condemns attack and deplores lack of public interest for anti-Israel incidents.</strong></em> Munich – Dr. h.c. Charlotte Knobloch, President of the Jewish Community of Munich and Upper Bavaria and Vice-President of the World Jewish Congress has reacted with scare and anger after Right-wing radicals attacked a booth distributing pro-Israel materials at the “I Like Israel” event in the west German city of Siegen on Saturday, resulting in physical injuries to several persons.<span id="more-11942"></span></p>
<p>Charlotte Knobloch said: “What happened in Siegen was not a spontaneous individual incident. It was a planned attack and a generic manifestation that is symptomatic for an alarming spirit of the age that we witness in Germany nowadays. We have observed and monitored a raising number of anti-Semitic and anti-Jewish incidents in the Federal Republic that have failed to result in legal consequences for the criminal offenders.”</p>
<p>“What bothers me even more is that nobody but the Jews in Germany really seems to be concerned about that development where the Grass poem is only one part of. In a time of real threat especially by Iran, Israel now needs real friends and partners. I expect from the politicians in Germany more solidarity with Israel. That includes the proclamation of more empathy for the people in Israel within the German public und media. The latent and more often uninhibited expressed anti-Zionistic attitudes are unacceptable and unbearable especially for the Jews in Germany.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dr. h.c. Charlotte Knobloch</strong><br />
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern<br />
Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses<br />
bis November 2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>About the World Jewish Congress</strong><br />
The World Jewish Congress (WJC) is the international organization representing Jewish communities in 100 countries to governments, parliaments and international organizations.</p>
<p>&nbsp;<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Extremismus: Starker Anstieg politisch motivierter Gewalt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 06:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Steffen Hebestreit, erschienen auf Berliner Zeitung Online, 12.5.2012. Die Zahl von politisch motivierten Gewalttaten hat in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 18 Prozent zugenommen und damit einen neuen Höchststand erreicht. Verantwortlich für den Anstieg sind vor allem Täter aus dem linksextremen Spektrum. Politische Extremisten zeigen in Deutschland eine immer höhere Bereitschaft zur Gewalt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Steffen Hebestreit, erschienen auf <a href="http://www.berliner-zeitung.de/politik/extremismus-mehr-rechte-und-linke-gewalt,10808018,15225568.html" target="_blank">Berliner Zeitung Online</a>, 12.5.2012.</em> Die Zahl von politisch motivierten Gewalttaten hat in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 18 Prozent zugenommen und damit einen neuen Höchststand erreicht. Verantwortlich für den Anstieg sind vor allem Täter aus dem linksextremen Spektrum.<span id="more-11916"></span></p>
<p>Politische Extremisten zeigen in Deutschland eine immer höhere Bereitschaft zur Gewalt. Bei den Gewalttaten haben Übergriffe aus fremdenfeindlichen Motiven in besorgniserregendem Maße zugenommen. „Die meisten politisch motivierten Straftaten haben seit Jahrzehnten einen rechtsextremistischen Hintergrund“, hob Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am 11.5.2012 hervor. „In keinem Phänomenbereich sind bei einer Langzeitbetrachtung so viele Todesopfer zu beklagen.“ Laut Innenministerium hat es seit 1990 60 Todesopfer rechter Gewalt gegeben.</p>
<p>Verantwortlich für den Anstieg der Straf- und Gewalttaten 2011 sind nach Erkenntnissen der Behörden zwei Entwicklungen. So hätte die große Zahl von Landtagswahlen im vergangenen Jahr einen erkennbaren Einfluss auf den Anstieg der Straftaten insgesamt gehabt, weil sich insbesondere viele Propagandadelikte wie das Beschmieren oder Zerstören von Wahlplakaten dadurch erklären ließen. Dies sei an der hohen Zahl von einfachen Sachbeschädigungen zu erkennen.</p>
<h2>Außergewöhnlich aktives &#8220;Demonstrationsgeschehen&#8221;</h2>
<p>Die Behörden registrierten 2011 überdies ein außergewöhnlich aktives „Demonstrationsgeschehen“. Die große Zahl an Protestzügen erkläre auch das wachsende Maß an Straftaten im gesamten politischen Spektrum an Gesetzesverstößen, die im Zusammenhang mit Demonstrationen stehen. Besorgt reagiert der Bundesinnenminister auch auf die hohe Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte, die im vergangenen Jahr mit 1284 Fällen einen neuen Höchststand erreicht habe.</p>
<p>Der Anstieg fremdenfeindlicher Gewalt um 22,7 Prozent in 2011, den Friedrich „erschreckend“ nannte, lässt sich allerdings nicht dadurch, sondern am ehesten mit einer seit längerem zu beobachtenden Radikalisierung der Szene erklären.</p>
<p>Der Blick auf die Statistik ist ohnehin nicht ohne Tücken, denn sie differenziert zwischen Straftaten, also eher einfachen Verstößen gegen Gesetze, und Gewalttaten − worunter zumeist Körperverletzungen, aber auch Totschlag und Mord fallen.</p>
<h2>Rechtsextremisten verübten die meisten Straftaten</h2>
<p>Die meisten Straftaten wurden von Rechtsextremisten verübt (16 873 gegenüber 8 687 linksextremen Straftaten), während die Linksextremisten für das Gros der Gewalttaten verantwortlich sind (1 157 gegenüber 755 rechtsextremistische Gewalttaten). Ein Grund für den Anstieg bei den linken Taten könnte in der hohen Zahl von angezündeten Autos in Berlin und Hamburg liegen, die zumeist linksextremen Tätern zugeordnet wurden.</p>
<p>„Die Erfahrungen mit der rechtsterroristischen Gruppierung NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) haben auch noch einmal deutlich die Grenzen der Statistik vor Augen geführt“, räumte Friedrich am Freitag ein. Manche Straftaten ließen sich oft erst mit einiger Verzögerung einordnen, manchmal liege man einfach daneben.</p>
<p>Erstmals seit Jahren verzeichnet die Statistik für 2011 auch zwei Morde. Ein 21 Jahre alter mutmaßlicher Islamist hatte im März vergangenen Jahres zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen erschossen. Es sei der erste islamisch motivierte Terroranschlag, der in Deutschland vollendet werden konnte, sagte der Bundesinnenminister.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<item>
		<title>NSU-UAusschuss: Kompetenz-Wirrwarr und eine Spur</title>
		<link>http://www.ikg-m.de/nsu-untersuchungsausschuss-kompetenz-wirrwarr-und-eine-spur/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 18:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>

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		<description><![CDATA[tagesschau.de. Von Eva Corell, BR, ARD-Hauptstadtstudio. Eigentlich hätten zwei Verfassungsschützer vor dem Untersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie aussagen sollen. Doch dann ging man einer heißeren Spur nach &#8211; einer politischen. Der damalige Innenminister Schäuble soll einen schweren Fehler begangen haben. Demnächst soll er vorgeladen werden. Eigentlich sollten zwei bayerische Verfassungsschützer vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin aussagen, doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.tagesschau.de/inland/untersuchungsausschussnsu100.html" target="_blank">tagesschau.de</a>. Von Eva Corell, BR, ARD-Hauptstadtstudio</em>. Eigentlich hätten zwei Verfassungsschützer vor dem Untersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie aussagen sollen. Doch dann ging man einer heißeren Spur nach &#8211; einer politischen. Der damalige Innenminister Schäuble soll einen schweren Fehler begangen haben. Demnächst soll er vorgeladen werden.<span id="more-11955"></span></p>
<p>Eigentlich sollten zwei bayerische Verfassungsschützer vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin aussagen, doch dazu kam es nicht mehr. Bei der Aufdeckung möglicher Ermittlungspannen fand sich nämlich eine wichtige politische Spur: &#8220;Wir haben heute bei der Sitzung einen schweren Fehler des damaligen Bundesinnenministers Dr. Schäuble erkannt&#8221;, sagte Eva Högl, die Obfrau der SPD. Sie will Wolfgang Schäuble, den heutigen Bundesfinanzminister, demnächst vor den Ausschuss laden. Warum hat er 2006 verhindert, dass das Bundeskriminalamt die Ermittlungen in der Mordserie an türkischen Kleinunternehmern übernahm?</p>
<h2>&#8220;Herr Schäuble hat die Waffen gestreckt&#8221;</h2>
<p>&#8220;Es ist übermittelt worden, das wissen wir aus den Akten, dass der damalige Innenminister des Freistaats Bayern, Dr. Beckstein, das als Kriegserklärung bezeichnet hat&#8221;, so Högl. Danach sei entschieden worden, dass es keine zentrale Ermittlung des BKA gebe: &#8220;Also Herr Dr. Schäuble hat es nicht angeordnet, so dass ich davon ausgehe, dass er die Waffen gestreckt hat nach dieser Kriegserklärung oder die weiße Fahne gehisst hat.&#8221;</p>
<p>Eine fatale Entscheidung. Immerhin schlossen die Experten des BKA schon damals einen politischen Hintergrund der Morde nicht aus. Ihr Drängen, die Ermittlungen zu übernehmen, scheiterte am Widerstand der Länder. Offen bleibt, ob das Bundeskriminalamt die Mordserie schneller aufgeklärt hätte, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Sebastian Edathy: &#8220;Aber ich bin ziemlich sicher, es hätte zu effektiveren, seriöseren Ermittlungen geführt. Und die Chancen, dem Trio auf die Spur zu kommen, wären jedenfalls größer gewesen, als es in der Organisationsform der Fall gewesen ist, für die man sich entschieden hat.&#8221;</p>
<h2>Die richtige Spur ging im Kompetenz-Gerangel unter</h2>
<p>So aber ging die richtige, die Spur der Neonazis, im Kompetenzgerangel der Behörden unter: fünf Staatsanwaltschaften, sechs Landeskriminalämter, dazwischen noch BKA und Verfassungsschutz. &#8220;Man konnte fast den Eindruck haben, es ging nach dem Motto: Mein Fall, meine Spuren, mein Personal, nur nichts abgeben, nur nichts teilen&#8221;, kritisierte Clemens Binninger von der CDU. Zumindest in dieser Frage ist er sich mit seinen Kollegen von den Grünen einig.</p>
<p>An einen solchen Wirrwarr im Behörden-Dickicht habe vorher niemand geglaubt, schon gar nicht, wenn es um die Aufklärung der schlimmsten Taten in der deutschen Kriminalgeschichte gehe. Das sagt der grüne Abgeordnete Wolfgang Wieland: &#8220;Da kann man wirklich nur erschüttert sein. Das alles ist keine Werbeveranstaltung für unseren Föderalismus.&#8221;</p>
<h2>Man suchte Mafia-Verbindungen, nicht Rechtsextreme</h2>
<p>Für Wieland zeigt sich zudem eine deutliche Schieflage bei den Ermittlungen. Mit unglaublicher Akribie ging die bayerische Soko &#8220;Bosporus&#8221; vermeintlichen Mafiaspuren nach. In Nürnberg betrieb sie sogar eine eigene Dönerbude, um Verbindungen zur organisierten Kriminalität aufzudecken. Dagegen wurde in die Suche nach rechtsextremen Tätern, bestärkt durch die Analyse eines sogenannten Profilers, sehr viel weniger Energie gesteckt: &#8220;Von 160 Beamten, die im Rahmen dieser Besonderen Aufbauorganisation &#8220;Bosporus&#8221; tätig waren, haben vier bis fünf in dem Bereich Rechtsextremismus ermittelt. Vier bis fünf von 160, so kläglich ist dann auch das Ergebnis gewesen&#8221;, konstatierte Wolfgang Wieland.</p>
<p>Zudem dauerte es Monate, bis man auf eine Anfrage beim bayerischen Verfassungsschutz überhaupt eine Antwort bekam. Dazu sollen die damals Verantwortlichen nun am 24. Mai befragt werden. Am selben Tag steht auch die Vernehmung von Günther Beckstein an, damals bayerischer Innenminister. Er hat sich noch nicht geäußert, ob er einer Live-Übertragung der Sitzung zustimmt.</p>
<p>&nbsp;<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Beschleunigt der Iran den Bau der Bombe?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Clemens Wergin, erschienen auf Welt Online. Die Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin legt einen detaillierten Bericht über geheime Nukleareinrichtungen im Iran vor. Demnach treibt der Iran intensiv den Bau eines atomaren Sprengkopfes voran. Nach Informationen der iranischen Volksmudschaheddin treibt der Iran die Arbeit an einer Atombombe mit insgesamt sieben Schwerpunkten voran. Wie aus einem detaillierten Bericht der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Clemens Wergin, erschienen auf <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article106287938/Beschleunigt-der-Iran-den-Bau-der-Bombe.html" target="_blank">Welt Online</a>.</em> Die Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin legt einen detaillierten Bericht über geheime Nukleareinrichtungen im Iran vor. Demnach treibt der Iran intensiv den Bau eines atomaren Sprengkopfes voran. Nach Informationen der iranischen Volksmudschaheddin treibt der <a href="http://www.welt.de/themen/iran-konflikt/" target="_blank">Iran</a> die Arbeit an einer Atombombe mit insgesamt sieben Schwerpunkten voran. Wie aus einem detaillierten Bericht der Volksmudschaheddin hervorgeht, der <em>Welt Online</em> vorliegt, hat Teheran seine Aktivitäten in diesem Bereich ausgedehnt.<span id="more-11913"></span></p>
<p>Es handele sich, so die iranische Oppositionsgruppe, um eine &#8220;umfassende und ausgefeilte Forschungsstruktur, die unter höchster Geheimhaltung steht, sowie um ein Netzwerk zur Beschaffung der benötigten Teile und Ausrüstungsgegenstände&#8221;. Das steht im Widerspruch etwa zu amerikanischen Einschätzungen, wonach der Iran seine systematischen Bemühungen um die Bombe im Jahr 2003 eingestellt hat.</p>
<p>Das geheime Bombenprogramm steht laut Volksmudschaheddin unter dem Oberbefehl der iranischen Armee, die faktisch von den Revolutionswächtern kontrolliert werde. Die Volksmudschaheddin verfügen über ein weit gespanntes Netz an Informanten im Iran.</p>
<p>Letzte Informationen, die zu dem nun zusammen gesetzten Puzzle führen, seien noch im April aktualisiert worden. &#8220;Die zusammengestellten Informationen beruhen auf Quellen innerhalb der iranischen Regimeinstitutionen, auch aus Reihen des Militärs&#8221;, heißt es im Bericht.</p>
<h2>Volksmudschaheddin fordern IAEA-Überprüfung</h2>
<p>Die &#8220;Neue Verteidigungsforschungsorganisation&#8221; (SPND), deren Existenz die <a href="http://www.welt.de/themen/iaea/" target="_blank">Internationale Atomenergiebehörde</a> (IAEA) in einem Bericht vom vergangenen November bestätigt hat, soll über sieben separate Unterabteilungen verfügen, die in 11 verschiedenen Einrichtungen an Teilen des Atombombenprogramms arbeiten.</p>
<p>Insgesamt haben die Volksmudschaheddin 60 Direktoren und Experten namentlich identifiziert, die an diesem Programm mitarbeiten. &#8220;Die von uns zur Verfügung gestellten Details sind verifizierbar und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) muss nun eine vertiefte Anstrengung unternehmen, um dieses Programm und die darin involvierten Personen zu überprüfen&#8221;, fordern die Volksmudschaheddin.</p>
<p>Das militärische Nuklearforschungsprogramm soll von Mohsen Fakhrisadeh Mahabadi, Mitglied der Revolutionswächter, geleitet werden. Es ist direkt dem stellvertretenden Verteidigungsminister Ahmed Wahid Dastscherdi unterstellt.</p>
<h2>Widerstandsrat enthüllte 2002 geheimes Atomprogramm</h2>
<p>&#8220;Die Aktivitäten, die in unserem Bericht ausgeführt werden, halten immer noch an. Auch in den Forschungszentren, die sich mit der Herstellung eines nuklearen Sprengkopfes beschäftigen, um eine Atombombe zu bauen&#8221;, sagt Schahin Gobadi, Sprecher des Nationalen iranischen Widerstandsrates, <em>Welt Online</em>.</p>
<p>Die Volksmudschaheddin sind ein gewichtiger Teil des nationalen Widerstandsrates, der im Jahr 2002 zum ersten Mal die Existenz eines geheimen iranischen Atomprogramms veröffentlicht hat.</p>
<p>Die Oppositionsgruppe hat die Anreicherungsanlage in Natans enthüllt sowie den Schwerwasserreaktor in Arak und hat im Laufe der vergangenen zehn Jahre immer wieder wichtige Hinweise gegeben, die sich später als richtig herausgestellt haben.</p>
<p>Manche dieser Informationen konnten aber zum Teil auch nicht bestätigt werden oder ihre Verifizierung steht wegen der Blockade der iranischen Behörden noch aus.</p>
<h2>Außergewöhnliche Fleißarbeit</h2>
<p>Für den Bericht, der <em>Welt Online</em> – samt Organigramm der Forschungsabteilungen – vorliegt, haben die Volksmudschaheddin außergewöhnliche Fleißarbeit betrieben. Viele Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen und es wird erheblicher Anstrengungen der IAEA bedürfen, um Licht in dieses Geflecht von militärischen Atomforschungseinrichtungen zu bringen. Manche Informationen lassen sich jedoch mit öffentlich zugänglichen Quellen erhärten.</p>
<p>So hat der 2009 aus dem Iran geflohene Atomwissenschaftler Schahram Amiri laut Informationen von &#8220;Iran Focus&#8221; im Hauptquartier der SPND in Modschdeh unter dem geheimnisvollen Team von Mohsen Fakhrisadeh Mahabadi gearbeitet.</p>
<p>Drei Monate, nachdem Amiri übergelaufen war, sah sich der Iran genötigt, die Existenz der tief im Berg bei Qom versteckten Anreicherungsanlage von Fordo zuzugeben. Der IAEA ist es bisher noch nicht gelungen, von Teheran eine Genehmigung zur Befragung des SPND-Leiters Fakhrisadeh Mahabadi zu bekommen.</p>
<h2>Überraschende Koinzidenzen</h2>
<p>Stichproben von <em>Welt Online</em> ergaben auch teilweise überraschende Koinzidenzen. So hat etwa Mohsen Foroughisadeh, der die Abteilung leitet, die sich mit Atomunfällen beschäftigt, im iranischen &#8220;Journal of Military Medicine&#8221; über &#8220;Externe Dekontaminierung bei Nuklearunfällen&#8221; geschrieben und in einem anderen Fachblatt über die Behandlung von verstrahlten Versuchsmäusen.</p>
<p>Die brisantesten Informationen des Papiers beziehen sich jedoch auf die Bemühungen des Irans zur Produktion eines nuklearen Sprengkopfes. So berichten die Volksmudschaheddin über metallurgische Arbeiten zur Formung eines Sprengkopfes.</p>
<p>Der Leiter der dortigen Abteilung hat im Jahr 2006 in Parchin für seine Doktorarbeit Explosionstest mit Wolfram vorgenommen, das als Alternative für Uran bei Sprengkopftests verwendet werden kann. Er soll sich nun um die Formgebung eines Sprengkopfes kümmern. Eine andere Abteilung beschäftigt sich mit der Herstellung jener komplizierten Metalllegierungen, die für einen Sprengkopf benötigt werden.</p>
<h2>Bericht dürfte Obama Kopfzerbrechen bereiten</h2>
<p>Die IAEA und die amerikanischen Dienste sind bisher auch davon ausgegangen, dass der Iran seine Forschungen an Explosionszündern für die Bombe im Jahr 2003 eingestellt hat. Das stellt sich nach Ansicht der Volksmudschaheddin anders dar.</p>
<p>Sie haben ein unscheinbares fünfstöckiges Gebäude im Teheraner Pars-Viertel als Hauptquartier für diese Art von Explosionsforschung ausgemacht. Die Tests sollen in Parchin stattfinden, jener militärischen Forschungseinrichtung, zu der die IAEA seit 2005 keinen Zutritt bekommen hat.</p>
<p>Der Bericht der Volksmudschaheddin, der Adressen der Einrichtungen, Namen und manchmal gar Telefonnummern von Wissenschaftlern enthält, dürfte der Regierung von Barack Obama einiges Kopfzerbrechen bereiten.</p>
<p>Die amerikanischen Dienste halten bisher an ihrer Einschätzung fest, dass der Iran 2003 die systematische Arbeit an einem Nuklearsprengkopf eingestellt und seitdem nicht wieder aufgenommen hat. Allein die schiere Bandbreite der Bemühungen, die die Volksmudschaheddin nun aufdecken, spricht eine andere Sprache.</p>
<h2>Volksmudschaheddin verfolgen eigene Interessen</h2>
<p>&#8220;Unser Bericht zeigt, dass es anhaltende und systematische Bemühungen des Irans zum Bau einer Bombe gibt, anders als manche westliche Staaten glauben&#8221;, sagt Sprecher Gobadi.</p>
<p>Die Frage ist, wie verlässlich die Informationen der Volksmudschaheddin sind, die ein Interesse daran haben, dem Regime vor der Fortsetzung der Nuklearverhandlungen mit den P5 plus 1 (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) ein Bein zu stellen.</p>
<p>Für Emanuele Ottolenghi, einen der führenden europäischen Experten für das iranische Atomprogramm, scheinen die Informationen &#8220;glaubwürdig&#8221; zu sein. &#8220;Für jeden, der mit der langen Geschichte der iranischen Geheimhaltung und Täuschung vertraut ist, sind die hier veröffentlichten explosiven Enthüllungen tatsächlich keine Überraschung&#8221;, sagt Ottolenghi <em>Welt Online</em>.</p>
<p>Die Hauptstoßrichtung des iranischen Atomprogramms sei immer militärisch gewesen, trotz iranischer Behauptungen, wonach es religiöse Fatwas dagegen gäbe. &#8220;Hoffen wir, dass die P5 plus 1 davon Notiz nehmen und der Versuchung widerstehen, leichtfertige Kompromisse einzugehen wenn sie die iranischen Unterhändler in zwei Wochen in Bagdad treffen&#8221;.<!-- PHP 5.x --></p>
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		<title>Nordrhein-Westfalen zerschlägt rechtsextreme &#8220;Kameradschaft&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aaron Buck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[dapd. Im Kampf gegen Neonazis hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger eine rechtsextreme Gruppe aus Köln verboten. Der SPD-Politiker löste am 10.5.2012 die &#8220;Kameradschaft Walter Spangenberg&#8221; auf. Die Mitglieder würden den Nationalsozialismus glorifizieren und lehnten die Rechtsordnung ab, sagte Jäger. Bei einer Razzia im Raum Köln/Bonn, im Ruhrgebiet sowie in Gefängniszellen in rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalten wurden Symbole, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="www.dapd.de/" target="_blank"><em>dapd</em></a>. Im Kampf gegen Neonazis hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger eine rechtsextreme Gruppe aus Köln verboten. Der SPD-Politiker löste am 10.5.2012 die &#8220;Kameradschaft Walter Spangenberg&#8221; auf. Die Mitglieder würden den Nationalsozialismus glorifizieren und lehnten die Rechtsordnung ab, sagte Jäger. Bei einer Razzia im Raum Köln/Bonn, im Ruhrgebiet sowie in Gefängniszellen in rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalten wurden Symbole, Beweismaterial und Vereinsvermögen beschlagnahmt.<span id="more-11904"></span></p>
<p>Zudem wurden zwei scharfe Pistolen, Messer, ein Schlagstock und ein Totschläger sichergestellt. Insgesamt durchsuchten die Polizisten 14 Wohnungen, darunter in Bonn, Dortmund, Frechen, Koblenz und Köln. Personen wurden nicht festgenommen.</p>
<p>&#8220;Geistige Brandstiftung dulden wir nicht&#8221;, sagte Jäger. Im Internet hätte die als gefährlich eingestufte Gruppe mit fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Parolen gehetzt.</p>
<p>Hintergrund der Aktion ist die Freilassung des Anführers der Kameradschaft, Axel Reitz, am selben Tag aus der Untersuchungshaft. Reitz solle &#8220;seine extremistischen Umtriebe nicht wieder in den gewohnten Strukturen aufgreifen&#8221; können, sagte Jäger. Den Angaben nach hatte Reitz gemeinsam mit zwei führenden Kameradschaftsmitgliedern mit der kriminellen Vereinigung &#8220;Aktionsbüro Mittelrhein&#8221; zusammen gearbeitet und Gewalttaten verübt.</p>
<p>Die &#8220;Kameradschaft Walter Spangenberg&#8221; ist nach einem früheren Mitglied der Sturmabteilung (SA) benannt. Die Gruppierung stützt sich laut Innenministerium unter anderem auf Hitlers &#8220;Mein Kampf&#8221; und das Parteiprogramm der NSDAP von 1925.</p>
<p>Erst vor zwei Wochen war die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die rechtsextreme Gruppe &#8220;Freundeskreis Rade&#8221; vorgegangen. Drei Neonazis wurden verhaftet. Parallel fährt Innenminister Jäger einen harten Kurs gegen Rockerbanden. Zuletzt waren zwei Clubs in Aachen und Frechen bei Köln verboten worden.<!-- PHP 5.x --></p>
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