Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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22. März 2017

Charlotte Knobloch zu türkischen Nazivergleichen

Stellungnahme von Dr. h.c. Charlotte Knobloch zu den Nazi-Vergleichen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Ankündigung seiner Partei AKP, vorerst keine Wahlauftritte in Deutschland mehr zu veranstalten:

„Zum Glück bleiben unserem Land bis auf weiteres diese bizarren und befremdlichen türkischen Wahlkampfauftritte erspart, auf denen für das endgültige Aus der ohnehin kaum noch real existierenden Demokratie in der Türkei geworben wird.“ Mit seinen jüngsten Exzessen hat sich Herr Erdogan disqualifiziert. Die Nazivergleiche zeugen von ungeahnter Ungebildetheit und Primitivität. Ich habe persönlich erlebt, in welchen Horror und Terror die Nationalsozialisten unser Land gestürzt haben. Erdogan hat keine Ahnung, wovon er spricht. Er ist augenscheinlich bar jeder historischen Kenntnis. Er begeht einen enormen, unverzeihlichen Fehler, die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, diese zutiefst integre freiheitliche Demokratin mit diesen widerlichen, ungeheuerlichen Vergleichen zu beleidigen. Erdogans absurde Entgleisungen sind nicht nur persönlich ehrverletzend. Sie sind eine Beleidigung für unser Land, seine Bürger und Repräsentanten. Zudem handelt es sich um eine unerträgliche Relativierung der NS-Verbrechen und der singulären und präzedenzlosen Unmenschlichkeit der Nazis. Schon jetzt ist die Türkei leider wieder Lichtjahre von Europa und der EU-Mitgliedschaft entfernt – und zwar mental und politisch. Und Erdogans Ankündigungen lassen befürchten dass das nur der Vorgeschmack auf die ‚völlig neue Türkei‘ nach dem Referendum ist, wenn dieses in seinem Sinne ausgeht.“

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Februar 2026 | Schwat-Adar I | « »

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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